Ufer korrespondiren einander genau und sind unter 45° ge-neigt; aber ihr Streichen ist nicht ganz einförmig, sondernwendet sich, wie um ein gemeinsames Zentrum 94 ). DiesesZentrum ist der Stock des Mont-Catogne, welchen dieSchichten des Kalk-Gebirges einigermassen mantelförmigumlagern. Überall erblickt man auf der Südseite des Thaiespyramidale Gipfel von Kalk, dessen Schichten, stark geneigt,sich gegen Westen an die Qua rz-Gli mm ersc hie f er -Mas-sen anlelmen. Nördlich von S e m hranchi e r sind die steilgeneigten K alks chich ten so jäh von der Dranse abge-rissen, dass ihre Felsmassen jeden Augenblick niederstürzenzu müssen scheinen 95 ).
Die Art und Weise, in welcher sich hier das Kalk-Ge-birge den Schichten der krystallinischen Schiefergesteine desMont-Catogne auflagert, vergleicht Studer mit den völliganalogen Lagerungsverhältnissen analoger Gesteine hei Mörilund Raron 06 ). Die Übereinstimmung ist eine vollkommene.Auch führen diese Schiefer am Mont-Catogne am nörd-lichen Abhange Erze, wie imLötsch- und B a 11sc hi eder-Thale , Kupferkiese und Bleiglanze in flussspathreichen Gän-gen, welche früher ausgebeutet worden sind. Doch stand derBergbau schon zu Saussure’s Zeiten still 97 ). — Zu Sembran-chier ist der Kalkfels dünnschiefrig; Farbe und Beschaf-fenheit wechseln vielfach. Man findet auch grauen grobkör-nigen und bläulichen marmorartigen Kalk, zum Theil reichan silberweissem Glimmer 98 ).
17. Das Bagnes-Thal; Val-Ollomont; Val-Pellina.
Bei Sembranchier treffen das Bagnes-Thal unddas Entremont-Thal zusammen; der letztere Name wirdauch wohl auf den unteren Theil des Dranse-Thaies aus-gedehnt. Wir folgen zunächst dem die unmittelbare Fort-