Setzung des bisher durchschrittenen Querthaies bildenden Val -de-Bagnes, dessen Name, Balnea Vallis, Valide-des-Bains,von den ehemaligen berühmten Thermen herrührt, welche indiesem Thale sich befanden 00 ), welche aber längst verschwun-den und vermuthlich im Jahre 1595 durch den Ausbruch desG etro z-Glet sch er-See’s, welcher den Hauptort des Tha-ies, Bagnes genannt, vernichtete, gleichzeitig verschüttet wor-den sind. Das acht Stunden lange Bagnes-Thal ist imAllgemeinen ein Querthal, welches sich daher an allen Stel-len , wo besonders feste Gesteinschichten dasselbe durchstrei-chen, stark verengt, während es dagegen zwischen diesenVerengungen sich zu flachen und breiten Thalgründen erwei-tert 1 ). Nur der untere Theil des Thaies jedoch, bis oberhalbChable, hat den Charakter eines reinen, das Streichender Gebirgssehichten normal schneidenden Querthaies; derobere Theil schneidet das Streichen der Schichten unter einemsehr scharfen Winkel und nähert sich der Streichungsrichtungso sehr, dass das Thal hier fast zum Längenthale wird. DasQuerthal steigt rein von West gegen Ost, das obere Thal vonNordwest gen Südost. Im unteren Thale bildet das Kalk-Gebirge beide Abhänge. Glimmrige, graue Kalkschie-fer — „graue Schiefer” — mit schwarzen Schiefernwechselnd, fallen unter 45° gegen Ostsüdost (SooO) demLaufe der Dranse entgegen. Bevor man den jetzigen Haupt-ort, Chable , erreicht, sieht man einen Steinbruch eröffnet,in welchem die festen K alkschi efer - Tafeln zum Ge-brauche als Dachplatten gebrochen werden. Die Tafelablosun-gen sind mit Glimmer bedeckt. Der reine schwarze Kalkwechselt mit Kalkbreschen 2 ), welche an die Gemmi er-innern. Das Fallen ist stets ostsüdostwärts (SooO) gerich-tet 3 ). Bei Chable befindet sieh eine eisenhaltige Quelle,deren Beschaffenheit nicht näher untersucht ist. — Das Durch-streichen des Anthrazit-Systemes ist im Bagnes-Thale
90 ) Scliinner: Description du Depart. du Simplon. Sitten 1812. p. 499.
’) Bericht über die Verhältnisse des Bagnethales im Cant. Wallis in Hin-sicht der Sicherheitsmassnahmen gegen die Wirkungen des unteren Getroz-:gletschers. Zürich 1821. p. 4. 5.
2 ) Studer: Geologie, I, p. 383. 384.
3 ) Studer a. a. 0. p. 384.