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Unterricht für die Officiers, die sich zu Feld-Ingenieurs bilden, oder doch den Feldzügen mit Nutzen beywohnen wollen, durch Beyspiele aus dem letzten Kriege erläutert, und mit nöthigen Plans versehen / von Johann Gottlieb Tielke
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I. Theil. n. Hauptstück.

lung, oder Stärke, kein Zutrauen hat, erstere gewißverändern. Will aber ein Feldherr seinen Feind, eskoste, was es wolle, aus seiner Stellung weghaben, soist diese Art von Aufnehmen, oder recognosciren, anzu-ratheu, nur muß der Angrif bald darauf geschehen, weil«r, wenn er stehen bleiben will, sein Lager gewiß aufsbeste verschanzen wird.

§. ro.

Bey diesen bisher beschriebenen zweyen Arten zu re-cognosciren und aufzunehmen, muß man, sobald manwieder im Bezirk seiner Armee ist, sein Brouillon aufsneue vornehmen, alles genau durchgehen, den Boten,auch andere Leute, die die Gegend kennen, nochmalsnm alles befragen, und seinen Riß, so gut, als möglich,ergänzen. So lange man aber noch nicht in unsererArmee, nemlich in der von ihr besetzten Gegend ist,muß man niemals absteigen, viclweniger in ein Hausgehen, welche Unvorsichtigkeit schon manchen die Frey-heit gekoster hat.

f §. rr.

Da zuweilen ein feindliches Corps sich ein oder et-liche Meilen weit von uns postiret, und weder der Ort,noch die Entfernung desselben, sogleich zu erfahren ist,so darf man nur auf dessen Sperr- (Retrsir) Schußgenau acht geben, um die Weite des Ortes, wo er ge-schiehet, zu bestimmen, (wenn man nemlich den Blitzdavon sehen kann). Es hat die Akademie der Wissen-schaften zu Paris verschiedene Versuche, in einer Weitevon 146z 6. französischen Ruthen, angestellet, und ge-sunden, daß der Schall sowohl bey Tag als Nacht,bey hellen und regnerichen Wetter, r;?. französischeRuthen, in Zeit einer Secunde, durchlaufe, und daß so-gar