Buch 
Unterricht für die Officiers, die sich zu Feld-Ingenieurs bilden, oder doch den Feldzügen mit Nutzen beywohnen wollen, durch Beyspiele aus dem letzten Kriege erläutert, und mit nöthigen Plans versehen / von Johann Gottlieb Tielke
Entstehung
Seite
31
JPEG-Download
 

Den Marsch anzugeben und zu führen, zr

sie doppelt gelegt werden, und zwar, daß die obern dieFugen der untern decken, alsdenn werden sie gleichfallsmit Rasen belegt. Wenn man befürchtet, daß sie denDruck des schweren Geschützes nicht aushalten möchten,so kann man sie mit Stroh, drey bis vier Zoll hoch inder Quere, belegen, auf welches man aber annoch eineSchicht Rasen decken muß, damit es nicht von Pfer-den aus einander gerissen wird. Man kann sich auch'dieses Mittels bey jeder schwachen Brücke bedienen, überwelche man schwer Geschütz oder Lastwagen führen will,denn weil das Stroh nachgicbt, so benimmt es denrDrucke der Last die Heftigkeit. (Carl XII. ließ 1707«da die Weichsel bey Warschau noch nicht zugefrorenwar, Stroh über selbe streun, und solches mit Wasserbegicffen, welches sogleich gefror, und eine so gute undstarke Brücke machte, daß nicht allein die Armee, son-dern auch das schwere Geschütz drüber gehen konnte *.)Man kann auch, wenn es die äußerste Nothwendigkeiterfordert, und keine Bäume in der Nähe sind, in derGeschwindigkeit von einem Hause eine Brücke machen,weil selbiges, und wenn es noch so schlecht gebaut, den-noch wenigstens etliche starke Balken hat, die man zuTrägern nehmen, und auf selbige die kleinen Balkenund Pfosten legen kann.

§. 4Z.

So das Wasser zu breit, und die Balken zu kurzsind, oder wenn sie auch zureichten, wegen ihrer Längeschwanken würden, so muß man suchen, einige Fahr-zeuge und Kähne aufzutreiben, deren es doch immer aneinem Flusse giebt, davon so viel, als zum Tragen nö-thig, zusammen binden, und die Träger zur Brückedrauf legen. Wäre das Wasser tief, und zumal aus

Man-

* Nordbergs Geschichte Carl Xli.