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Unterricht für die Officiers, die sich zu Feld-Ingenieurs bilden, oder doch den Feldzügen mit Nutzen beywohnen wollen, durch Beyspiele aus dem letzten Kriege erläutert, und mit nöthigen Plans versehen / von Johann Gottlieb Tielke
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32
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Z2 I. Theil. IV. Hauptstück.

Mangel der Anker, die Schiffe nicht wohl mitten imFluß zu befestigen, so nimmt man Spreukorbc, die manendlich wohl allenthalben findet, oder auch in der Ge-schwindigkeit welche, nach Art der Schanzkörbe, jedochmit Boden, unten so breit, als möglich, obenwärrs aberenge, machen lassen kann. Diese läßt man auf bey-den Seiten der Fahrzeuge ins Wasser, nachdem mansie zuvor mit Stricken an die Fahrzeuge befestiget, undmit Steinen ausgefüllt hat. Auf solche Art kann manauch über einen schon ziemlich breiten Fluß, in Erman-gelung der Pontons, eine Brücke schlagen, wenn mannur genug Fischerkähne und Fahrzeuge auftrciben kann.

§. 44.

Im Zeithäyner Lager hat der damalige sächsischePontonier-Hauptmann Pappcti eine Brücke von Fäs-sern oder Tonnen gemacht welche eine ziemliche Last ge-tragen hat. Im Nokhfall, wenn nemliä) ein Kriegs-Heer die Pontons vcrlohren, kann dergleichen Faß-Brücke von großem Nutzen seyn, weil nemliä), wennzumal eine Stadt oder Flecken nahe ist, Bier- Tonnenin Menge zu haben sind. Diese, nachdem man die Za-pfen wohl befestiget, und sie untersucht hat, ob sie gutausgepicht sind, und Wasser halten, werden vermit-telst Knebels oder Srücker-Hölzer, welche man in derMitten an einem Strick befestiget, und zum Spund-loche hinein steckt, zwey und zwey an ein Querholz ange-bunden, welches ohngefehr so lang, als derQuer-Durch-schnitt oder Weite zweyer Fässer beträgt, seyn muß, kl.r.1 ^. 2. ä. e. alsdenn werden sie an Balken befestiget,2. b. welche so lang seyn müssen, als die Brücke breitwerden soll. An jedem Ende kommt ei» einzelnes Faß,Mithin an einem solchen Balken drey oder auch vierPaar, und zwey einzelne, zusammen acht bis zehn Ton-nen,