Buch 
Unterricht für die Officiers, die sich zu Feld-Ingenieurs bilden, oder doch den Feldzügen mit Nutzen beywohnen wollen, durch Beyspiele aus dem letzten Kriege erläutert, und mit nöthigen Plans versehen / von Johann Gottlieb Tielke
Entstehung
Seite
34
JPEG-Download
 

Z4 I. Theil. IV. Hauptstück.

chIu des Gcneral<Fcldmarschalls Münnich Feldzugcin der Ukraine l?z6. mußte jede Compagnie ein gros-ses Faß mit Wasser mit sich führen, weil sich in denSteppen oder Wüsten dieses Landes selten Wasser fin-det. Diese Fässer hatten auch einen andern Gebrauch.Jedes Regiment mußte deren 8. bis io. und eben soviel dicke Brcter mit sich führen; daraus wurden beyGelegenheit Brücken gemacht, darüber das Fußvolkund leichte Gepäcke gehen konnte. Pontons brauchteman bloß für das schwere Gepäck und Geschütz. *

§. 46.

Wenn das Wasser nicht allzutief, sind nachfolgen-de zwey Arten, eine Brücke zu schlagen, die geschwin-desten:

i) Man fähret, nach Beschaffenheit der Breite desFlusses, zwey, drey, auch mehr Bauerwagen auf sol-che Art neben einander ins Wasser, daß die Zwischcn-Räuine drey bis sechs Ellen betragen. Je schwererdas darüber zu fahrende Geschütz, je näher müssen dieWagens zusammen kommen, über selbige legt man lan-ge Balken, welche man mit Klammern, ober auch Stri-cken, befestiget, und über diese die Quer- Bohlen oderPfosten, kl. I. rix. Z. Man kann auch große starkeBöcke, wie die Mauerböckc gestaltet, statt der Wagensnehmen, l^i§. 4 > oder

r) Man läßt große Schanzkörbe von vier, wenig-stens drey Ellen in der Länge, anderthalb bis zwey El-len weit, und so stark, als möglich, flechten. Mankann auch welche machen lassen, die um die Stärke deögeflochtenen kleiner sind, und sie in die ersten stecken^diese kullert man, Nachdem man Steine dran gebunden,einen hart neben den andern ins Wasser, füllet, ihnen

einen

* Des General von Mannstein Nachrichten von Rußland.