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Historisches Helden- und Heldinnen-Lexicon : in welchem das Leben und die Thaten derer Generalen, Admiralen, Feld-Marschalle, Obristen, Capitains, wie auch anderer Personen männlichen und weiblichen Geschlechts von allen Nationen, die sich von denen ältesten biss auf gegenwärtige Zeiten in den Kriegen zu Wasser und Lande, oder bey andern Gelegenheiten, durch ihre Tapfferkeit einen besondern Ruhm erworben, in alphabetischer Ordnung mit bewährten Zeugnissen vorgestellet werden / nebst einer nöthigen Vorrede und Register, heraus gegeben von Johann Friedrich Gauhen
Entstehung
Seite
411-412
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Coglioni

Coglioni

Soldaten - Stand schlechterdingsverwarft. Allein dessen ungeachtet,erwahlete er diese Lebens-Art, undmachte sich dadurch schon zu KönigsWilhelmi III in Ettgelland Zeiten,nicht wenig berühmt, darzu dannauch viel beygetragen,daß er das vor-trefliche Castell zu Namur mit vie-len Wercken, und insonderheit mitdem,nach seinemNahmen genanntenköre Cöhorn unvergleichlich befestt-get, selbiges auch in der ersten Bela-gerung An. 1692. tapfer vertheidigethat. In folgenden Zeiten vermeh-rete er seinen Ruhm durch Einneh-mung verschiedener Festungen, undausgeworffene Linien; Absonder-lich aber kehrte er so wohl der Feindeals Freunde Augen auf sich, da er A.170z den 14 May. die imporcanteFestung Bonn mit unglaublicherGe-schwmdigkeit innerhalb drey Tagen,nachdem sie mit schwerem Geschützebeschossen worden, zur Übergabe ge-zwungen. Hierauf gieng er widernach Flandern zurücke, und nachdemer allda verschiedene Expeditionesglücklich gethan, wendete er sich nachdem Haag, allwo er den 17 MartiiAn. 1704 bey nahe in dem 70 Jahreseines Alters gestorben. Man hat

von ihm eine neue Art zu korcikct-ren,welche er inHolländischer Spra-che unter dem Titul: Nietye Vtfling-herausgegeben. Holland.Low: Europ. Fain. TJ. //.

Coglioni (Bartholomams) Ve-

netianifcher General.

Er war von Bergamo gebürtig,über welche Stadt seine Vorfahrendie Herrschaft besessen haben. SeinVater Paulus war von seinen nech-sien Blut-Freunden, und andern

Lonsiliranten, die Mutter aber vonden Mördern in ein hartesfängnißgeworssen worden. 25 ^solchem Zustande muste Bartholo'MTU8, der noch ein Knabe war, ^der Irre herum lauffen,und sich ^Herren-Diensten forthelssen, bißdie Kriegs-Profellion ergrissen, da ckdenn durch sein Wohlverhalten baldvon einer Charge zur andern gesti^gen. König ^lphonlus zu Neapel

machte ihn zu seinem Obristemhernach Hertzog Philipp vonland zum Generel im Kriege wid^die Venetiancr, welcher ihn endlichums Jahr 1446 ins Gefängnißwerffen ließ, aus Verdacht daß er i*den Feinden übergehen wollen, ^ taber gemeldterHertzog,Jahres dra»!verstürbe, und die Frantzoftn da^HertzogthumMayland sehr beunrlnhigten, machten die Maylandcr denCoglioni loß, und schickten ihn widckdie Frantzoftn zu Felde, welchebeymStädtlein Bosco völlig schlug^und deren General Rainaldumfangen bekam. NachgehendSist ^

hat denselben über ro Jahr vortrcftliche Dienste geleistet, biß er An.im 7 6 Jahre seines Alters gestorben'Er war einer der grösten KriegesHelden seiner Zeit, und von ftl^annehmlichen Gestalt, daß die Kostgin fohanna von Neapoltöihn heftig verliebt gehabt.hat ftnsten den Gebrauch, die Arn"rie mit ins Feld zu führen, a"lSbracht. Er führete sich in ^ j,prächtig auf, verließ aber dennochnen großen Reichthum, davon er.lcnTheil dem R-ch- ,u D-»Avermacht. Von seinen lustigen cI fallen wird auch unterschiedenes^