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Johann Heinrich Gottlobs von Justi ... Anweisung zu einer guten deutschen Schreibart und allen in den Geschäfften und Rechtssachen vorfallenden schriftlichen Ausarbeitungen ...
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56 Erster Theil, zweytes Hauptstück,

haben die Gewohnheit, verschiedner Haupt-und Zeitwör-ter, die fast einerley Begriff anzeigen, ohne Noth hintereinander zu sehen, und suchen darinnen wohl gar eine Schön-heit. Allein das sind Tautologien, und giebt eine matte undekelhastige Schreibart, die ganz und gar nichtö nützt (^). Ichwill ihnen also keine Ordnung in dergleichen verschleimen Be-griffen von ähnlicher Bedeutung anpreisen, sondern, daß sie

solches

M Ein jeder wird mit mir darinnen einig seyn, daß die Tau-tologien überhaupt nichts nützen. Unterdessen stehet dochHerr Glafty in den Gedanken, daß sie in denen Friedens-schlüssen unentbehrlich wären, weil man sonst die abgehan-delten Sachen nicht genau und bestimmt genug ausdrückenkönnte. Meines Erachtens ist nichts so ungegründet, alsdiese Meynung, und die Tavtologien müssen gerade das Ge-gentheil wirken, nämlich, die abgehandelten Sachen destounbestimmter und ungewisser machem Es folget dieses na-türlicher Weife ««Hallen an einander gehäuften Begriffen,die eine ähnliche Bedeutung mit einander haben. Denngesetzt,der eine Begriff drückt die Sache auf das eigentlich-ste und vollkommenste aus; so wird der andre dabey ste-hende stärkere oder schwächere Begriff diesem vollkomm-nen Ausdrucke nothwendig etwas entziehen , und dem Ge-gentheil Gelegenheit geben, zu sage», daß doch das andreWort nicht vergeblich stehen könnte, und mithin wird dieSache zweifelhastig und ungewiß werden: welches nicht'geschehen seyn würde, wenn man die Tavtologien vermie-sen hätte. Zwarsehen unsre chmaligen Friedcnsschlüße, be-sonders der wesiphälische, in der That so aus, als wenn dieVerfasser mit dem Herrn Glafey einerley Meynung ge-habt hätten. Allein diejenigen, welche in dem Staats-uechte nicht unerfahren sind, werden auch wissen, was vorProcesse und Streitigkeiten über die Auslegung desselbenentstanden find k und wenn wir gewissen Nachrichten glau-ben wollen; so haben die dabey gebrauchten französischenGesandten allerdings gewußt, daß die häufigen Tautolo-gien keine vollkommne Gewißheit und genaue Bestim-mung wirken werden. Denn sie sollen sich ausdrücklichhaben verlauten lassen: Der Friede sey schon dergestalt' abgefassct, daß sich alles verschiedentlich auslegen liesse,mitbin würde die Quelle des ^Streits und der Uneinigkeitallemal bleiben.