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Johann Heinrich Gottlobs von Justi ... Anweisung zu einer guten deutschen Schreibart und allen in den Geschäfften und Rechtssachen vorfallenden schriftlichen Ausarbeitungen ...
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von denen Sätzen und Perioden. 61

Gedanken fortschreitet. Da es nun zu bessrer Deutlichkeit undVerständlichkeit sowohl der mündlichen Rede, als besondersder schriftlichen Aufsähe gereichet, wenn man die Sätze undGedanken voneinander unterscheidet, und da ein Redner eini-ge Ruhe zumAchemholen nöthig hat; jö hat man sich diesernatürlichen Eintheilung der Seele bedienet O, und einen sol-chen kleinen Bezirk von Gedanken einen Perioden genennet.Nach dem Zeugniß der Geschichte hat JsokrateS die Perio-den erfunden, indem man vor seiner Zeit die Gedanken undSätze, ohne sie zu unterscheiden, hinschrieb, welches aber einegroße Undeutlichkeit verursachen mußte.

§. rZ.

Ein Periode ist demnach ein Zusammenhang von Ge-danken und Sätzen, die vor sich verständlich sind. Diese Er-klärung ist verständlicher, und geht mehr auf das Wesentliche,als diejenigen, welche verschiedne neuere Lehrbücher davon gege-ben haben, wenn sie sagen: ein Periode sey eine kurze Rede, dieeinen völligen Verstand hat; oder, ein Periode sey ein Punkt,welcher dergestalt erweitert worden, daß seine Theile sich gehö-rig zusammen fügen. EinPunkt aber sey ein Satz,der keinTheileines Satzes ist. An der ersten Erklärung ist nichts zu erinnern,als daß das Wort Rede verschiednen Verstand annimmt, undauch von einer völligen kleinen Rede verstanden werden kann.In der andern Erklärung aber sind die Worte, Punkt, er-weitern und gehörig zusammenfügen,viel zu unbestimmt,als daß sie eine verständliche Erklärung darstellen könnten. Dienachfolgende Erklärung eines Punkts aber macht die Sache

nicht

(l) Cicero saget ausdrücklich , daß die Alten, und besondersJsokrates, «inen gewissen Ruhepunkt in -er Rede erfundenhatten, den man Verlum genennet hatte, vermuthlich vondenen Versen der Poeten, die mit ihrem Griffel wiederumkehreten, wenn sie eine Zeile geschrieben hatten. Aufdiesem Ruhepunkt hätte man müsse» stille halten und Athemholen können, allein nicht willkührlich, sondern wo esdem Zusammenhange der Worte und Gedanken gemäßgewesen wäre.