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Johann Heinrich Gottlobs von Justi ... Anweisung zu einer guten deutschen Schreibart und allen in den Geschäfften und Rechtssachen vorfallenden schriftlichen Ausarbeitungen ...
Entstehung
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76 Erster Theil, drittes Hauptstück,

Drittes Hauptstück.

Von der

Erfindung, Ordnung und Schön-

heit der Gedanken.

§. r.

dem vorhergehenden Hauptstück ist zweiget worden,V ^vie die Gedanken in unsrer Seele entstehen, und wiedieselben als Haupt-und Nebensätze in denen Pe-rioden mit einander zu verbinden sind. Allein diese Ver-bindung trifft nur die Gedanken nach ihrer äußerlichenForm. Wenn also gleich alle in dem vorigen Hauptstückegegebene Regeln beobachtet werden; so können doch dieGedanken an sich selbst schlecht und ihrem wesentlichen Jnn-halre nach übel mit einander verbunden und geordnet seyn.Es ist auch nur als der erste Grad des Denkens anzusehen,wenn wir von einer Sache urtheilen, und den daraus ent-standenen Hauptsatz mit seinen Nebensätzen in einen Perio-den bringen. Unsre Gedanken müssen viel weiter gehen.Bey allen schriftlichen Aufsätzen haben wir einen besondernGegenstand vor uns, den wir vollständig überdenken, unddiese Gedanken zu Ueberzeugung des Lesers weitläuftig undgründlich vortragen müssen. Dazu wird öfters eine Mcn-ge von*Period«n erfordert: und die Schönheit einer Schriftund der Schreibart überhaupt kommt größtentheils dar-auf an, ob die Gedanken, so darinnen vorkommen, gut,und schön sind, und wohl zusammen hangen. Man siehetalso, daß man es beydem vorigen Hauptstücke nichtbewendenlassen kann, sondern daß die Gedanken, die ein so wichtigesStück bey der guten Schreibart sind, besonders erwogenwerden müssen.

§- 2.