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Johann Heinrich Gottlobs von Justi ... Anweisung zu einer guten deutschen Schreibart und allen in den Geschäfften und Rechtssachen vorfallenden schriftlichen Ausarbeitungen ...
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82 Erster Theil , drittes Hauptstück,

führung der abzuhandelnden. Sache versehen ist, ereignen sichschon mehr Schwierigkeiten. Es ist alsdenn nichts anderszu thun, als daß wir in eigentlichem Verstände Gedanken er-finden, oder, welches einerley ist, unsre Erkenntniß von derSache vermehren müssen. Dieses kann nun auf k»ine andreArr geschehen, indem wir hier voraus zu setzen haben, daß eineneue sinnliche Empfindung oder Erfahrung in der Sache nichtmöglich ist, als durch Hülse derjenigen Begriffe, die wir be-reits haben. Denn die Erkenntniß der Menschen ist so ein-geschränkt, daß sie nicht den geringsten Punkt weiter fort-schreiten kann, als wohin sie durch die Verbindung oder Wi-der-streuung derer bereits habenden Begriffe geleitet wird.Wenn wir also neue Gedanken oder Wahrheiten erfindenwollen; so müssen wir entweder r) zween Begriffe unmittel-bar gegen einander halten, um aus ihrer Uebereinstimmungoder Widerstreitung einen neuen Begriff zu gewinnen; oder2) wir müssen mittelbarer Weise durch die Vernunft, näm-lich vermittelst vieler andrer Begriffe und Beweisgründe dieUebereinstimmung oder Widerstreitung zweyer Begriffe er-forschen , um dadurch einen neuen Begriff zu erhalten. Daserste ist eben keinen großen Schwierigkeiten unterworfen.Z. E. Ich habe keine genügsame Erkenntniß von dem.Schweife derCometen, ich weiß aber, daß andre Sterne da-durch nicht verdeckt worden sind. Diese Durchsichtigkeitderer Cometcnschweife halte ich gegen die durchsichtige Klar-heit der Luft, und ich finde, daß sie damit übereinstimmen.Wenn ich sie alsdenn weiter gegen die Undurchsichtigkeit gro-ber und wäßriger Dünste halte; so muß ich urtheilen, daßdiese beyden Begriffe einander widerstreiten. Folglich habeich zween neue Begriffe oder Gedanken erlanget: l) Daßder Cometenfthweif ein Wesen wie unsre Luft seyn,und 2) daß er nicht aus Wasser und groben wäßri-gen Dünsten bestehen kann. Die andre Art hat schonvielmehr Schwierigkeiten. Wir müssen öfters gar viele undentfernte Ideen zu Hülfe nehmen, um zu der Gegeneinander-Haltung zweener Begriffe zu gelangen. Z. E. Man hat keine

gnug-