von der Schreibart. IZZ
sehen und untersuchen, ob sie ihn auch verstehen werden.Dannenhero können richtige und strenge philosophische Erklä-rungen nach der Beschaffenheit der Zuhörer und Leser öftersnicht allzu wohl angewendet werden; sondern man muß diegemeinsten Begriffe und Bilder hervor suchen, um die Sa-che deutlich zu machen. Uebrkgens kann diese dogmatischeSchreibart mit allen beyden Arten der außerordentlichen,nämlich sowohl der witzigen als der bewegenden untermischetwerden. Die witzige hat bey dem Vortrage und der Erläu-terung statt, die pathetische aber bey denen Bewegungsgrün,den und deren Folgen, die man aus dem Beweise der Sacheziehet. Jedoch verträget ein Gegenstand mehr als der an.dere diese Einmischung, und bey einigen muß es gar sparsamgeschehen, wenn die Schreibart nicht unnatürlich werden soll.
§. 21 .
Dieses sind diejenigen Eintheklungen und Arten derSchreibart, die in dem Wesen der Sache ihren Grund ha-ben. Nun findet man zwar hin und wieder viele andre Ein-theklungen der Schreibart, die aber wenig Grund vor sichhaben, und daher kaum einer Erwehnung verdienen. Soist es mit der Eintheilung beschaffen, wenn man dieSchreibart in die niedrige, mittlere und erhabene ein.theilet. Sie ist auch viel zu unbestimmt, und erschöpfetdie Sache keinesweges. Denn das Erhabne ist nur einebesondre Art des Witzigen, davon folglich alle übrigen Ar.ten ausgeschlossen werden: und wenn man unter den niedri.gen nicht das Pöbelhastige und mithin, eine höchst fehler-hafte Schreibart verstehet; so werden sich die Gränzen derniedern und mittlern Schreibart schwerlich bestimmen lassen.Man soll auch eigentlich gar nicht niedrig schreiben: dennwenn man sich von gemeinen und niedrigen Dingen auchalso ausdrücket; so schreibet man deshalb nicht niedrig, son-dern der vorhabenden Sache gemäß und folglich natürlichund ordentlich.