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Johann Heinrich Gottlobs von Justi ... Anweisung zu einer guten deutschen Schreibart und allen in den Geschäfften und Rechtssachen vorfallenden schriftlichen Ausarbeitungen ...
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6z6 Zweyter Theil, vn Hauptsiück,

§. 7 .

Die Reden der Gesandten bey ihrer ersten Audienz, oder ^wenn sie sich von dem Monarchen wieder beurlauben, an ^den sie abgesendet gewesen sind, können in den meisten Fallengleichfalls vor nichts als Complimente angesehen werden. Sie derbestehen in Versicherungen der Hochachtung, der Freundschaft, ein

der Neigung, die geschlossenen Bündnisse zu beobachten, und ^

den Ruhestand von Europa erhalten zu helfen. Nur seltenwird in dergleichen Reden die Ursache ihrer Absenkung erweh- dc

net, oder von den ihnen aufgetragenen Geschäften etwas ge- §

dacht: und wenn etz nicht eine Friedensvermittelung, eine Z

Einladung zu einem Bündnisse, eine Glückwünschung und ^

Beyleidsbezeugung, eine Heyrath, eine Gevatterschaft unddergleichen anbetrifft; so führet der Gesandte von der Ursache Mseiner Absenkung nichts weiter an, als daß sein Herr dadurch st

seine Hochachtung und Verlangen zu einem guten Einverstand- lMniß und vertraulichen Correspondenz zu erkennen geben wollen;ob gleich seine Absendung viel eigentlichere und nähere Bewe. k

gungSgründe hak. Jedoch, wenn ein Gesandter an cineRe, D

publik abgesendet ist, und in der Versammlung der Glieder di

der Regierung die erste Audienz hat; so wird gemeiniglich in irr

der von ihm zu haltenden Rede der Gegenstand der ihm aufge- ws

tragenen Geschäfte kurz, nachdrücklich, und mit ausgesuchten N

Worten und Gründen vorgetragen. Die Ursache davon ist, ^

weil es nöthig ist die Glieder der Regierung einzunehmen und M

zu gewinnen, welches aber bey einem Monarchen wegfällt, der dr

sich von dem Zustande der auswärtigen Gescbäste durch seine lie

Minister unterrichtet. (*) In allen solchen Reden drücket w>

sich ein Gesandter zwar ehrerbietig, aber nicht demüthig aus,

indem

<*) Die Audienzen der Geländen sind überhaupt gemeiniglichbloße Ceremonien, ohne dass die Geschäfte dabey im gering-sten abgehandelt werden. Daher pflegen auch die Monar-chen selten selbst zu antworten, sondern der Minister der aus-wärtigen Geschäfte beantwortet die Anrede an ihrer statt.Dieses geschiehet aber so kurz, daß eine dergleichen Antwort

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