650 Zweyter Theil, vn Hauptstück,
VI.
Rede des Holländischen Gesandten, Grafen vonWassenaer-Twikel, an ben Kömg vonFrankreich.
Sire
Da ich zum zweyten male mit Befehlen von JhroHoch-mögenvcn denen Herren Generalstaaten der vereinigten Pro.,vinzen an Ew. Majestät beladen worden bin; so komme ich,Deroselben auf die aufrichtigste Weist die Versicherungenvon ihrer hohen Achtung und Respektvollen Gesinnung vorDero geheiligte Person zu erneuern. Sire! niemals habensich diese Gesinnungen verändert, oder durch den Unfall derZeit, oder der Umstände, alteriret weiden können. Durch diewiederholten Versicherungen, so Ew. Majestät ihnen vonDero Gewogenheit vor die Republik gegeben, gerühret, sindIhro Hochmögenden vollkommen entschlossen, bey aller Ge»legenheit zu zeigen, wie schätzbar ihnen die Erhaltung derenGewogenheit ist.
Die Proben, welche sie ganz neuerlich davon gegeben,zeugen von der Aufrichtigkeit ihrer Gesinnungen, und ließenihnen hoffen, e6 würde Ew. Majestät gefallen, ihren han.delnden Unterthanen die Vortheile wieder zu geben, so ihnendie Traktaten versichern. Sie werden aber mit Schmerlengewahr, daß ihr Anhalten bis itzo vergeblich gewesen, undnoch mit größerm Schmerz, daß die günstigen GesinnungenEw. Majestät gegen die Republik einigermaaßen geändertzu seyn scheinen.
Sire! ich kann es nicht genugsam wiederholen, wie Ih-ro Hochmögenden nichts mehrers aufrichtigst wünschen, alsDero Freundschaft wieder zu erlangen, und zu erhalten, auchalle widrige Eindrücke zu heben, so ihr gutes Verständnißmit Ew. Majestät kränken könnten: und da sie von Derofriedfertigen Gesinnungen versichert sind, so Affen sie, Ew.Majestät werden ihnen eben das Recht angedeihen lassen,
und