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Französische Staats-Regirung : welcher Gestalt selbige ehedessen von der herrsch-süchtigen Königin Catharina von Medices auf türckische Manier gegründet, hernach von den nachfolgenden Königen und deren Haubt-Ministern Richelieu, Mazarini und andern verbindlichst fortgesetzet : und bisshero von König Ludwigen dem Vierzehenden mit gantz unchristlichen, aus der ottomannischen Academie, denen alcoranischen Lehrsätzen gemäss, hervor gekommenen Maximen ausgerüstet, auch auf geschworne und verbindlichste Brüderschafft, den frantzösischen Unterthanen zum äussersten Ruin, in Ubung gebracht worden / auf das Kürtzeste von keinem Passionirten, jedoch aber der türckisch-frantzösischen Regierung wolerfahrnem Ehren-Gemüht beschrieben und mitgetheilet
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übergehen/ und der Gesetzen sich zu entschlagen / warm sie dero M»Bmen oder Vorhaben widerstreben.

5. Beyde Partheyen setzen dero Sicherheit aufdie Militz/ und laMder LehrMachiavelli im 19. ?liucipe, bekümmern sie sich wenig um-ie Zuftiedenheit des Volcks.

6. Niemand wird anders sagen können / als daß beyde Nationenin der Objecten UnterthaniZksiL leben/ und Sclaven seyen >rs GeitzeS undHer El>r-Sucht/ja die grosse Herren beyder Reichen/ ftynd wenig besser/al«Leibeigene.

7. Beyder Reichen hohe Bediente bleiben chne Aussetzung in derblinden Submission gegen ihren König/von welchem allein sie ders Glücherkennen/ aber mercken sie hingegen ihr Ober-Haubt von so geringer Ca--Parität/ daß dessen Regierung und Thron / durch dero Hand/ Verstandund Dapfferkeil allein bestehen / so werffen sie das Gehorsams-Joch ab/rm- wie die unbändigen Pferde die Regemes aus den Thron/ stissten Em-pörungen/ Rebellion und Aufruhr»

8. Beyde Monarchen betrachten in der Person dero Ministemweder dieGeburt/ weder den Reichthum/ sondern solche Leute/ die ihnendero gantze Wolfart/ Fsrtun/Zucht/ den Verstand und Weisheit schul-dig sind/ nicht die / welche das Glück ihnen ungefähr vorstellet / oder eiweschimpfliche und verächtliche Schmeycheley-Sucht zu befördern/ sonder»verständige und tüchtige Personen/ Anerwogey/ der Unterthanen Wosifahrt/ Sichecheit und Schutz dero Administration vertrauet worden / jades Monarchen Autorität in ihre Hände deponier wird/ solche Leute erhe-ben diese Potentaten/ ohne Neid/zu den höchsten Staffeln der.Ehren / und-stürtzen sie wiederum herunter/ ohne Gefahr oder Bedeuten.

9. Der Sultan lasset von Jugend an/ die Jünglinge im Se.rrMLn allen nöthigen Wissenschaffren und Exercitien unterweisen/ um folgendeaus ihnen diejenigen zu erwählen/und Grad-weise zu den höchsten Ehres-Aemtern zu erheben/welche därzu die Disposition verspühren lassen/ Glei-cher Weift haben Jhroallerchristlichste Majestät denjungenFrantzösischenMel/ in gewisse Academische Classen reducirt/ und laffen sie ebenfalls inallen nöthigen Wissenschassren und Etercirien zu dero küufftigen Diensterziehen/ und unterweisen.

In beyder Reichen wird der Premier/ oder oberste Krr'egS-Mimster/gemeiniglich dahintrachten/ wie ein frembder Krieg gestifftet werde / umdahin die unruhigen und Ehrsüchtigen Köpffe zu relegiren/ Anerwogendie Ruhe des Friedens die Gemüther corrumpiret/ und ihnen Zeit gibtNachzusinnen/ wie und durch welche Mittel sie auf des andern VerderbenPögen dero Glück bauen / und Hoheit cämentiren / emweders^durch