Wassehstqffgas und Sauekstojfgas» 12$
luft kann inan in Flaschen Jahre lang auf bewahren, ohne da Fs sie etwas von ih-rer Entzündlichkeit verliert. (Fischers phys. Wörterb. B. II. S. 615.)
Wenn man in ein Unzenglas etwas über J dephlogistisirte, und übrigensentzündbare Luft füllt, und eine Lichtflamme an die Oeffnung derselben hält,so wird das Gemenge fast so stark, als eine Pistole knallen, und die Explosionohne Vergleich stärker sein, als wenn man dasselbe Glas mit entzündbarerund gemeiner Luft auch in der besten Proportion gefüllt hatte. ( Caualloüber Luft S. 500.)
Wenn man zu 2 Theilen entzündbarer einen Theil reiner dephlogistisirterLuft setzt, so soll nach Priestley bei der Entzündung der Knall 40 bis 50malstärker sein, als bei Anwendung der gemeinen statt der dephlogistisirten Luft.(Macquers ehern. Wörterb. Leonhardi’s Ausgabe B. II. S. 807.)
Nach Volta (über Sumpfluft S. 133) entsteht bei der Entzünduug nachMaafsgabe des Getöses eine mehr oder weniger hellleuchtende Flamme.
Mortfün erwähnt ( Lichtenberys Magazin B. IV. Stück 1. S. 149)bei der Verbrennung in dephlogistisirter Luft sei der Glanz der Flamme der ent-zündlichen Luft von vorzüglicher Schönheit.
Priestley fand durch öfter wiederholte Versuche, dafs zur gänzlichen Ver-brennung von 2 Theilen entzündlichen Gas nur ein Theil reiner dephlogistisir-ter Luft erfordert werde. Macquer wiederholte die Versuche mit demselbenErfolge, und bezeugt, dafs er sie öfters bei den’Herren Lavo isier, de Las-sone : dem Herzoge de Chaulnes und andern habe machen sehen, wobei dasllesultat immer den Priestleyischen entsprochen habe. (Macquer’s chem.Wörterb. III. S. 808.)
Nach Lauoisicr (Traite elemcntaire de Chimie I.) zerlegt ein PfundWasserstoffgas fünf Pfunde 10 Unzen 5 Drachmen und 24 Gran vom Sauer-stoffgas. _ T
Priestley (bei Macquer a. a. O. B. II. S. 808) bemerkt, dafs, 'wennman bei der Verpuffung des Gemenges dieser Gas arten die sie erhaltende Flaschein der Hand halte, man Erschütterung und schnelle Hitze sehr merklich dabeiverspüre. (Macquers chem. Wörterb. B. II. S. 808.) Scopoli sagt dasselbe.( Cr eil’s neueste Entdeckungen in d. Chem. B. XII. S. 86. ) Auch de la Me-theri e ( über reine Luft} teutsche Ausgabe B. II. S. 188) erwähnt, dafs die Ver-knallung beider Luftarten mit Hitze begleitet sei.
Daft diese entwickelte Wärme gröfser sei, als bei irgend einer andern Ver-brennung, bezeugen Ritter (Neues allg. Journ. d. Chemie B. IV. Heft 3. S.280)Thomson (Syste m der C h emie übe rse tzt durc h Wolff Y>. I . S. 56 3.) J.)__
I) Auf diese groise Wärmeentwickelung gründet sich die Anwendung dieser Verbrennung zum Schmelzen
der strengfUissigsten Körper, wozu Hart'* hydrostatisches Löthrohr (im Neuen allg. Journal d. Chem.
B. I. Stück 3 ) ein sehr schicklicher Apparat ist.
MEYERS SYST, DARSTELLUNG . BAND. I. R