Band 
Erster Band.
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W A S S E B UND W M R M E.

zen ; allein dies erfolgt sehr langsam, und es vergehen mehrere Stunden, ehedas Eis völlig geschmolzen-ist. Während dieser ganzen Zeit bleibt die Temperaturdesselben 32 u : da es aber beständig mit warmer Luft umgeben ist, so hat manGrund zu glauben , dafs ihm ununterbrochen WärmestofF zugeführt werde.Black nahm zwei dünne kugelförmige gläserne Gefässe, die vier Zoll im Durchmes-ser hatten, und an Gewicht beinahe gleich waren. Sie wurden beide mit Wasserangefüllt; der Inhalt des einen wurde in eine feste Eismasse verwandelt, der In-halt des andern wurde bis auf 33° abgekühlt. Hierauf wurden beide Gläser ineinem geräumigen Zimmer, dessen Temperatur 47“ betrug, entfernt von allenandern K örpern aufgehängt. In einer halben Stunde stieg das in dem mit Wasserangefüllten Gefässe befindliche Thermometer von 33° bis 40- oder 7 Grad ; das indem andern belindliehc Eis war anfänglich 4° biso' kälter als schmelzender Schnee,allein in wenigen Minuten zeigte ein mit demselben in Verbindung gebrachtesThermometer 32\ Der Moment in welchem es diese Temperatur erreichte ,wurde bemerkt, und das Ganze ungestört 101 Stundein diesem Zustande gelas-len. Nach Verlauf dieser Zeit wär alles Eis geschmolzen, bis auf eine geringeMenge einer schwammichten Masse, welche oben aufschwamm und in wenigenMinuten verschwand. Die Temperatur des geschmolzenen Eises war 40°. ( Black’sLectures, I. 120. ) Hieraus ergiebt sich dafs 140’ Wärme von dem schmelzen-den Eise absorbirt wurden. Versetzt man einen Klumpen zu einem beliebigenGrade kalt gewordenen Eises in einen Dunstkreis , dessen Stufe der Wärmeüber 0 des R. Wärmemessers beträgt, so werden alle seine Theile die Wirkungder Wärme des Dunstkreises erfahren, bis ihre Wärme zu 0 gelangt sein wird.Bei diesem Wärmegrade wird der einzige bemerkbare Erfolg der Wärmeeinwir-kung die Veränderung des Eises in eine Flüssigkeit sein, und ein angebrachtesThermometer auf 0 ■ stehn bleiben. 1) Lavoisier in s. phys. ehern. Schrif-ten j TVcig el's L T ebersetz. S. 308 d. B. III.)

Einige Mitglieder der Academia del Cimento nahmen ein voll klaresEis gestampftes Gefäfs und setzten ein Thermometer hinein ^ als dieses die Tem-peratur des umgehenden Eises angenommen liaLLe, tauchten sie das Gefäfs sammtdem Thermometer in siedendes Wasser, und bemerkten hierauf auch nicht diegeringste Veränderung an demselben, ohngeachtet das Eis die Hitze aus demWassersehr gierig cinnahm. (Voigts Magaz. f. d. Neueste aus der Phys,B. III. St. 4. S. 21. )

l) Hierauf gründet Lavoisier die Anwendung des Eises zu einem genauen Wärmemesser, indem, wennein bis zu einem gewissen Grade erhitzter Körper in eine Eiskugel eingt-schlossen wird, das Wasser,welches sich, nachdem d:r Körper bis zurra o Punkte erkältet ist, in der Hohle angesammclt hat, imgenauen VerhUknifs mit der Wärme , die der Körper nun bis zu diesem Punkte zu ctkalten verliehre»trautste, stehe» wird.