Band 
Erster Band.
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W A S 3 E R v K D W JE R M E.

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ten, brachte er um dieselbe einen Trichter von Pappdeckel, den er mit zerstos-senem Eise füllte. Ucberdies brauchte er die Vorsicht seine Versuche, die ohne-hin nur kurze Zeit dauerten in einem kalten Zimmer, dessen Temperatur we-nig von der Eiskalte verschieden war, an/.ustellen. Folgendes sind die Resul-tate seiner Versuche. Erster Versuch: 8 Lotli Eis erforderten zu ihrer Schmel-zung 1,133 Loth Dampf, welcher bei einer Temperatur von S2 J Reaum. Über--strömte. Im 2tcn Versuche wo der Dampf bei 93° überströmte schmolzen 1,1203Loth Dampf 8,156 Loth Eis. Im dritten Versuche wurden durch 1,343 Lolli 100 9heifsen Wasserdampfs 9,875 Loth Eis geschmolzen. Er berechnete aus diesenVersuchen die latente Hitze des Wasserdampfs indem er nach dem Wilke-schen Versuche die Menge von Eis bestimmte, welche der übergegangeneDampf geschmolzen haben würde, wenn er bei gleicher Temperatur die Capa-cität des Wassers für die Wärme gehabt hätte. So fand er aus der Proportion62": 82 ö = 1,133: 1,5, dafs 1,133 Loth S2® heifses Wasser 1,5 LoLh Eis schmel-zen würden. Da nun eben so viel Dampf von gleicher Temperatur nach demersten Versuche 8 Loth Eis geschmolzen hatte, so ist die Wärme des 82® heifsenDampfes • = 5] mal gröfscr als die Wärme des Wassers von gleicher Tem-peratur, oder die gesammte Hitze des Wasserdampfs bei 82® beträgt, wenn sicfrei wird, 437'°. Ganz auf ähnliche Weise fand er aus dem zweiten Versucheden 93° heifsen Wasserdampf 4J mal heifser als Wasser von gleicher Tempe-ratur, oder die gesammte Hitze des Dampfes =: 4\. 93 = 449}0. Eben so ergiebtsich die gesammte Hitze des Wasserdampfcs von 100° Temperatur 4,55mal lieis-ser als Wasser von 100° = 455°. Zieht man von jeder in den drei Versuchengefundenen Hitze des Wasserdampfs die Erhöhung der Temperatur über 80Grad ab, so erhält man für die gesammte Wärme des siedheifsen Dampfes ausdem ersten Versuche 437} — 2 = 435}° aus dem zweiten 449: — 13 ~ 436}° ausdem dritten Versuche 455 — 20 = 435°.

Die kleinen Abweichungen meint er wären blos den unvermeidlichen Unvoll-kommenheiten der Versuche zuzuschreiben, und cs folge aus dieser Uebercin-stimmung dafs die latente IliLze des im Papinianischen TopfeleingeschlossenenWasserdampfs bei Temperaturen über der Siedhitze nicht gröfser sei als die la-tente Hitze des siedheifsen Wasserdampfs.

Um zu untersuchen ob die Capacität des unter der Siedhitze gebildeten Was-serdampfs bis zur Temperatur der Eiskällc für die zu seiner Temperaturerhö-hung dienende freie Wärme nicht merklich von der Capacität des Wassers ver-schieden sei, setzte er die obere Oeffnung der mit Eis gefüllten Glaskugel mitder Luftpumpe in Verbindung und evaeuirte sie. Hierauf liefs er die Wasser-dämpfe wie in den vorigen Versuchen überströmen und verschlofs den Hahn desTopfes, so bald alles Eis geschmolzen war. Da bei dem Ucberströmen des

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