Band 
Erster Band.
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W ASSER UND W JE R M E.

29 J

Platte entstand die gröfstc Aufwallung und Ausdünstung, und die untersuchteElectricität, fand sich schnell positiv bis auf zwei Linien und mehr, welche sichallmahlig verminderte', so wie sich Wärme, Aufwallung und Ausdünstung ver-minderten , und hin te endlich selbst mit diesen auch auf. Er wiederholte diesesöfters mit rostigen Eisenstücken, und erhielt ähnliche Resultate. Als eine hin-reichende Menge Wasser in ein glühendes metallenes Gefäfs, das auf angezün-dete Kohlen gesetzt war, gegossen wurde, erhielt er, bei entstandener plötz-licher und äufserst starker Aufwallung, eine negative Electricität von drei Linien,welche bis zu Ende der Ausdünstung anhielt, bei Verminderung derselbenschwächer ward, und zu Ende der Ausdünstung ganz aufhörte blies man zugleicher Zeit über Kohlen weg, so wuchs die negative Electricität. Auch alser über glühenden Sand, womit er ein gläsernes Gefäfs innerhalb einem töpfer-nen Gefäfse umgeben hatte, Wasser gofs, so entstand eine negative Electricitätvon 2' Linien. Den 9 Aug. (Barom. 27.8:, Therm. :14t, Südwestwind) zündeteer in einem gröfsern Destillirofen, dessen sich die Apotheker bedienen, einegrofse Menge Kohlen an, und setzte darauf ein grofses metallenes Gefäfs, wel-ches er ganz mit angezündeten Kohlen anfüllte; über diese setzte er noch einanderes eisernes grofses Gefäfs, und liefs die Gefäfse glühend werden. Als dasobere eiserne stark glühete, that er in dasselbe eine geringe Menge Wasser,Avelche äufserst geschwind in kleine Tropfen getrennt wurde, und da sie sichmit Geräusch einige Minuten lang bewegten, ehe die Ausdünstung geschah,erschien keine Electricität. Als er aber eine grofse Menge Wasser in ebendieses glühende Gefäfs that, so wurde nach Abkühlung und Verlöschung dieAusdünstung des Wassers vermehrt, und es entstand eine negative Electricitätbis zu einigen Linien. ( Gardini’s Abhandl. von der Natur des eleetrischenFeuers, teutsch durch Geifsler, S. 134 ff.)

Wenn Wasserdunst durch eine Röhre streicht, und sich in derselben zuTropfen verdichtet, so wird die Röhre viel heisser, als der Wasscrdunst war.(Hildebrandt in der Encyclop. der Chemie, B. I. S. 106.)

Fielet stellte Versuche über das Verhalten der Wasserdünste im leerenRaume an. Den 3ten Jenner 1786 war sein Ballon (Conf. Wärme hn luftleerenRaum; Versuch von Fielet.) luftleer und mit Wasserdünsten gesättigt, sodafs das Hygrometer bei einer Temperatur ± 4°, welches die Temperatur desZimmers, wo der Ballon stand, war, 98', das heilst, die äufserste Feuchtigkeitzeigte, und noch sähe man an den innern Wänden des Ballons keinen Thau.Er brachte ihn dann in ein anderes Zimmer, wo das Thermometer genau aufden Gefrierpunkt, also 4° tiefer, als im ersten Zimmer stand} kaum war eineMinute verflossen, so erschien der Thau mit einigen zusammeugeflosseneii, abernicht gefrornen Tropfen \ er setzte sich beständig an der Seite an, die dem