W A S S K R UND W Ä & M E.
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das Wasser-in eine Retorte, und taucht ihren Hals unter eine Glocke, welchein einem Gefäfse voll Wasser steht, das 30° bis 40° Wärme hat. Sobald die Retortein einen Ofen gesetzt wird, sichet inan kleine Luftbläschen sich entwickeln,wenn die Hitze auf 50 bis 60 Grad steigt. Wird die Hitze stärker, so werdenauch die Blasen gröfser; entsteht endlich Sieden , so verdrängt das in Dämpfeaufgelöfste Wasser alles im Halse der Retorte enthaltene Wasser, und es gehtunter die Glocke eine gewisse Menge Luft über, während indessen die Wasser-dämpfe sich verdichten, indem sie in ein kälteres Wasser gelangen. Hat dasWasser 8 bis 10 Minuten gekocht, und es scheidet si$h keine Luft mehr ab,so nimmt man die Retorte vom Feuer, läfst aber immer noch den Hals dersel-ben unter Wasser. Die Dünste verdichten sich bald, und es steigt das Wasserwieder bis zur gänzlichen Anfüllung in die Retorte zurück. Ist etwas Luft imHalse der Retorte geblieben, so wird sie nun gesammelt, unter eine andere imfrisheen Wasser stehende Glocke gebracht, und wenn sie die gewöhnliche Luft-wärme erlangL hat, ihre Menge berechnet. Als de la Metherie diese erhal-tene Luft durch-Kalkwasscr streichen liefs, wurde dasselbe getrübt. 1) Dieübrige von Luftsäure befreiete Luft war reiner als atmosphärische, denn einMaas derselben gab ihm mit einem Maafse Salpcterluft in einer Menge Proben0,90; 0,91; 0,92; während ein Maas derselben Salpeterluft mit einem Maaseatmosphärischer gewöhnlich 1,00 giebt. (De la Metherie über reine LuftB. II, S. 486.)
Als Priestley zwischen dem kupfernen Helme einer Destillirblase undeiner mit einem andern Gefäfse in Verbindung stehenden Glasröhre den Stieleiner Tabakspfeife befestigte, den mittlern Theil desselben ohngefähr in einerLänge von drei Zollen, durch Hülfe eines kleinen Ofens, so sehr erhitzte, dafser mäfsig glühete, und darauf das Wasser in der Destillirblase kochen liefs, sobekam er über eine Stunde lang gleichförmig Luft, die aber doch mit Dunstevermischt war; die Luft entwickelte sich so schnell, dafs er in einer Zeit vonzwölf Minuten auf fünf Unzenmaafse davon auflängen konnte; allein wenner die Pfeifenrohre erkalten liefs , so erhielt er blofs einen Dunst und schlech-terdings keine Luft. Das luftförmige Produkt, das er mittelst der erwärmtenPfeifenrohre erhalten hatte, enthielt keine Luitsäure, und war von einer solchenBeschaffenheit, dafs ein angezündetes Licht kaum darin gebrannt haben würde.Er hatte sich zu diesem Versuche einer alten unreinen Pfeife bedient; als ereine ganz neue und reine Pfeife nahm, fand er im Recipicnten nur eine sehr
1) Man darf rier aber die Luftsäure nicht als durch die Operation erzeugt ansehndenn Seinewasser in Kalkwasser gegossen } schlügt letzteres stets nieder.
.De. la Metüerie,,