40
Anhang zu atmosphärische Luft und Licht.
Climatologie.
b) Das Clima einzelner hoher Berge. Auf einzelnen Bergen ist dieAbwechselung nicht so mannigfaltig. Man bemerkt auf ihnen eine dunklereFarbe des Himmels, lebhaftem VVincl, als in den Ebenen, eine sehr trockeneLuft, und geringere Wärme wegen der Höhe und Isolirung von der allgemeinenErdwärme. Die Luft ist daselbst sehr stark elektrisch. Wegen der Verdünnungder Luft fallen die Sonnenstrahlen stärker auf, und die Hitze ist selbst aufdem Sclmee sehr beschwerlich. Bei der Annäherung des regnichten Wetterslagern sich Wolken um den Gipfel des Berges.
c) Das Clima der Geh irgse ben en. Das hohe Land in Peru giebt unsdieses Clima. Es erhält seine Eigenschaft, besonders von der verdünnetenund kühlen Luft. Ob es gleich in dem südlichen heissen Erdstriche liegt, sobefolgt doch dort die Witterung die Veränderungen, wie in dem gemäfsigtenErdstrich der nördlichen Breiten. Man nennt hier Sommer die Jahrszeit, inwelcher es nicht regnet, ob es gleich zu dieser Zeit am kühlsten ist, und amhäufigsten Frostkälte eintritt. Sie fängt im Mai an, und im tiefen Lande rechnetman zu dieser Zeit den Eintritt des Winters. Sie dauert bis in den November ,da der Frost aufhört. Im Niederlande verliert sich aber um diese Zeit der stetsbewölkte Himmel, und der trockne Sommer tritt ein. Im Sommer erlangen dieFeldfrüchte auf jenen Gebirgsebenen die letzte Reife durch den Frost bei hei-tern Tagen. Es giebt wenig Niederschlag und Winde. Im Winter ist derHimmel wolkig und trübe , mit nafskalten Nebeln , aber der Fi’ost läfst nach.Das Wetter ist alsdann sehr abwechselnd mit Hagel, Regen , Donner und ver-änderlichen Winden. Die Wärme beträgt in bewohnten Zimmern 8 — 9 Grad +und im Schatten 5 — 6 ° + 0 . Die stärkste Kälte im dortigen Sommer ist etwa30 — 0 . Die Temperatur ist nicht sehr veränderlich, und oft steht das Thermo-meter JO bis 20 Tage in der Nähe des Gefrierpunkts. Wenn man aus den tiefemGegenden in diese höhern kommt, so fällt die Kälte empfindlich auf, und mankann sich —wegen der starken Verdünstung in der so dünnen Luft eines Fieber-frostes nicht erwehren. Die Lippen springen auf. Durch das Steigen erhitzteThiere fallen nicht selten todt zur Erde nieder. Don Vloa schreibt die Wit-terung des hohen Landes in Peru besonders den herrschenden stärkern oderschwachem Südwinden zu. Wenn, meint er, die Südwinde schwach oder garnicht wehen . so bleiben die Wolken im tiefen Lande liegen, und es ist untenRegenzeit, Winter, und oben helles Weiter, Sommer mit mäfsigem Südwinde.Wenn aber die Südwinde im niedrigen Lande wehen, und sich nicht bis in dieHöhe des Oberlandes erheben, wo auch um diese Zeit die Winde veränderlicher
sind,