Atmosphssische I,U FT PSD W «EM8. 12?
({er nach einanderfolgenden Schichten einer Masse , die den wärmenden Körperurngiebt, steige , so werde der dem Ausflufs aus dein wärmenden Körper ent-gegen wirkende Widerstand immer gröfser, tind so nehme die wärmeleitendeKraft mit der steigenden Temperatur der um den wärmenden Körper liegendenSchichten immer ab, bis alle Schichten ihr Maximum von Temperatur erreichthaben. Die Luftschichten erreichen nun ihr Maximum äufserst schnell, so nem-lich, dafs -weiter hin die Veränderlichkeit und damit verbundene Vergröfserungdes Widerstands für 0 anzusehn sei, daher der Wärmeausflufs in die Luftsehr bald seinen ganzen Widerstand finde, wenn er nicht etwa durch • Hohl-spiegel in eine paralelle Richtung gezwungen werde. Auf diese Weise seien esalso nur einige Augenblicke, für welche die Wärmeleitungskraft der Luft nachseiner Formel gleich 473 gesetzt werden könne ; hiernächst habe der Wider-stand sehr nahe seine völlige Gröfse erlangt, und die wärmeleitende Kraft werdedadurch merklich kleiner als die des Wassers. Ob Ruinfords Bestimmungrichtig sei, wage er nicht zu entscheiden, indessen zweifle er sehr daran.
Herr v. Humboldts Aussage, dafs die Steine mehr leiten als die Luft,beleucht er folgendermafsen:
Man gedenke sich z. B. ein grofses Parallelepipidum von Stein, das meh-rere Kubikklafter hält, und in solchem auf seiner Oberfläche eine Vertiefung-alsFeuerstätte, über welcher eine Pfanne mit Wasser zum Versieden angebrachtwird , so läfst sich fragen, ob hier nicht durch die Steinmasse sehr viele Wärmeabgeleitet, oderein grofser Wärmeverlust verursacht wird. Man könnte nemlichstatt dessen auch einen hohlen Heerd anlegen, etwa mit dünnen Roststangenund Platten belegt; würde dieser nicht weit weniger Wärme rauben? Der ersteHeerd sei = A der Ietztez-e = B. Der Heerd A raubt allerdings , bevor dieWärme in den Beharrungsstand tritt 1) viele Wärmetheile, und die fernere Ab-leitung gebt in die Luft. Der Heerd B tritt weit früher in den Beharrungsstand,setzt in dieser Zwischenzeit, so lange wenigstens der B dem Beharrungsstandenoch nicht nahe genug! gekommen ist, nicht so viel Wärmetheile ab, und leitetdieselben gleichfalls in die Luft.
Anfangs leitet also allerdings der A mehr Wärme ah als derB. Aber dieseLeitung in seine eigene Masse wird immer geringer, bis sie endlich bei Eintre-tung in den Beharrungsstand unveränderlich wird. Tn diesem Beharrungstandkann nun die Leitungskraft der Heerdmasse so wenig nach der angeführten For-mel beurtheilt werden, als die Leitungskraft der Luft, welche 473 Mal so grofs
1) l/m alles was Herr Langsdorf hier sagt gehörig würdigen zu können , mufs mandamit seine Arbeiten über die Wärmeleitung überhaupt die im \Th. II. dieses Werksbei Wärme und Körper im Allgemeinen angeführt sind, vergleichen .
MEYERS SYST. HASST, t. TH. II. BAND* II, ABTH. R,