A T M 0 S P H JE E I S C H B Ll'f T UNO F E U B R .
163
Scheele machte über unsern Gegenstand folgenden Versuch : Er drückteauf den Boden einer Schüssel eine aus Wachs Harz und Terpentin zusammen-geschmolzen zähe Masse zwei Finger hoch. In deren Mitte befestigte er einendicken eisernen Drath, und steckte auf dessen Spitze ein schmales Wachslicht,dessen Docht er aus drei zarten Zwirnsfäden zusammen geschnürt hatte, zündete,das Licht an, und setzte zugleich einen Kolben umgewandt darüber, dessenHöhe so beträchtlich war, dafs der eiserne Drath bis in seine Mitte reichte,drückte ihn tief in die Masse ein, und gofs nun sogleich die Schüssel vollWasser. Als die Flamme verloschen, und alles vollkommen kalt gewordenwar, öffnete er den Kolben in derselben Stellung unter dem Wasser; es stie-gen zwei Unzen Wasser hinein • der Kolben konnte 160 Unzen Wasser fassen.Es fehlte hier also so viel Luft als zwei Unzen Wasser Raum einnchmen.Herr Scheele fragt nun auf welche Weise diese zwei Unzen verloren gegan-gen seien, ob sie durch das Brennbare absorbirt worden, oder ob die Hitze derkleinen Flamme sie ausgetrieben habe, ehe er den Kolben noch in die zäheMasse habe eindrücken können. Aus einem nachher angestellten Versuche istes ihm wahrscheinlich, dafs letzteres Statt gefunden habe. Er nahm nehmlicheinen Kolben der nur 20 Unzen Wasser fassen konnte, in diesem liefs er einLicht wie in den vorhergehenden brennen ; da er den Kolben, nachdem Alleskalt geworden war, gleichfalls unter dem Wasser öffnete, so waren wie imersten Versuche beinahe 2 Unzen hineingestiegen. Er argumentirt nun, dafswohl der Verlust in dem ersten Versuch nicht von Absorbtion herzuleiLen sei,weil sonst hier nur 2 Drachmen verloren gegangen sein würden. Er wieder-holte den Versuch mit dem grofsen Kolben wie vorher, aufser dafs er stattdes Lichtes Weingeist gebrauchte. Er stach nemlich drei eiserne Dräthc, wel-che gleich lang waren, und bis in die Mitte des Kolbens reichten , in die aufden Boden der Schüssel festgedrückte zähe Masse, auf diese Dräthe legteer ein viereckigtes Blech, und auf dieses setzte er ein kleines Gefäfs, in wel-ches Weingeist gegossen war; er zündete diesen an, und setzte den Kolbendarüber. Nach dem Erkalten sähe er, dafs 3 Unzen Luftraum durch die Hitzeder Flamme ausgetrieben war. Auf eben dieses Gestell legte er einige, kleineglühende Kohlen, und liefs sie auf dieselbe Art unter den Kolben auslöschen.Er fand nach dem Erkalten, dafs drei und eine halbe Unze Lüftvolumen aus-geti'ieben war 1). Er gofs nun in einen jeden Kolben nachdem das Feuer aus-
1) Er bemerkt hiebei diese Versuche scheinen zu beweisen, dafs der Uebergang lies Fhlo-gistons in die Luft nicht allemal deren L T mfang vermindere, welches doch andere Ver-suche deutlich zeigen. Indessen lehren seine folgenden Untersuchungen , dafs der Theil
X 2