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Atmosphärische Luft und F e ue'r j
gebrannt, und Alles kalt geworden war, 6 Unzen Kalkmilch (Kalkwassermit dem mehr Kalk gemengt ist, als das Wasser auflösen kann), darauf legteer die Hand fest auf die Oeffnung eines solchen Kolbens , und schwenkte ihnverschiedene Male auf und nieder; alsdann hielt er diesen Kolben unter dasWasser, und liefs die Hand auf der einen Seite ein wenig zurück, damit einekleine Oeffnung entstehen möchte. Sogleich stieg das Wasser in den Kolbenhinein. Darauf verwahrte er die Mündung wieder mit der Hand unter demWasser sehr genau, und schüttelte ihn nachher in der Luft einige Male aufund nieder. Er Öffnete ihn abermal unter dem Wasser; diese Arbeit wieder-holte er noch ein Paar Mal, bis kein Wasser mehr in den Kolben steigenwollte, oder keine Luflsäure mehr in den Kolben vorhanden war. Er sah alsodafs bei jedem Versuche zwischen 7 und 8 Unzen Wasser in den Kolben her-aufstiegen, folglich ist der zehnte Theil Luft verloren gegangen 1). Ist auf dieangegebene Art die Luftsäure durch die Kalkmilch von dieser Luft geschieden,so kann nach Scheele ein Lieht wieder, obwohl nur kurze Zeit darin bren-nen 2). (Scheele’s physische und chemische Werke, herausgegeben v. Hermb-städt, B. I. p. 68. ff.)
Luft, der sich mit dem Brennbaren vereinige , und gleichsam dadurch absorbirt werde,durch die von Neuem hervor gekommene Luftsäure wieder ersetzt worden sei, Kirwanmacht dazu die Bemerkung, dafs nach Haies Versuchen die Luft bei übrigens gleichstarken Lichtern , die man anzündete , verhällnifsmäfsig nach der Oröfse der Glocken,in engem mehr als in weitern vermindert werde. Alle diese Erfahrungen aber seiengröfstentheils vielleicht ungewift , weil nicht nur die Entzündbarkeit des Talges, oder derandern verbrennlichen Materien , deren man sich bediene , je nachdem sie mehr oder we-niger rein seien, verschieden ausfalle , und weil sich eine unverbrannte entzündbare Luftmit dem Rückstände der gemeinen Luft vermische, sondern weil auch nach F ont ana'sEntdeckung die verbrannte Substanz alle Arten von Luft einsauge , (S. Kohle und dieverschiedenen Luftarten) so dafs sich die Menge der Luft, die während der Verbrennungselbst verloren gegangen sei, schwerlich bestimmen lasse.
1) Er urtheiltj dafs, da ein Theil Lufts'äure mit 10 Theileu gemeiner Luft gemischt das
Feuer auslösche , und überdies hier die durch die Hitze der Flamme ausgedehnten undum die Flamme stehenden wafsrlchten Dünste, die von der Zerstörung der ölichfenKörper entsprungen seien, vorhanden wären , anzunehmen sei, dafs die von der Flammesich scheidenden elastischen Flüssigkeiten dem sonst gewifs noch langer brennenden Feuerein nicht geringes Ilindernifs in den Weg legen, besonders da hier kein Luftzug sei,wodurch dieselbe von der Flamme könnten weggetrieben werden.
2) Nach Kir w an beweifst dieser Versuch offenbar , dafs die Beimischung der fixen Luft
die gemeine Luft zur Flamme ungeschickt mache, welches, wie er bemerkt, schon Ca.vendish 8 Jahre vorher entdeckt hat, (8. Atmosphärische Luft und Kohlensäure)