Atmosphärisch* Loft usd EikktricitäT. 229
Flasche auf die gewöhnliche Art; so wird der Tropfen in der Glasröhre beimLaden nicht von seiner Stelle geruckt, welches ein Beweifs ist, dafs die in dieFlasche übergegangene elektrische Materie nicht das Geringste von der darinenthaltenen Luft aus der Stelle getrieben hat. Wenn man die Flasche ausladet 5verhält es sich zuweilen anders, denn alsdann wird oft der Tropfen ein wenigaus einer Stelle geschoben, kommt aber sogleich wieder in dieselbe zurück.Hieraus erhellt, dafs beim Ausladen die Luft in der Flasche ein wenig aus ihrerSteile getrieben oder verdünnt werde. Dies ist aber blos einigen Funken zuzu-schreiben , die gemeiniglich in der Höhlung der Flasche entstehen, weil derDr.ith nicht in vollkommener Berührung mit der Belegung steht. Denn wennman den Versuch mit einer kleinen Flasche anstellt, welche nicht durch einenDraht, der von aussen hineingeht, sondern durch ein Stück Stanniol geladenwird, das mit der innern Belegung ein Stück ausmacht, und mit Wachs an dieinnere Seite des Glases befestigt wird, dafs also keine Funken inwendig in derFlasche entstehen können, so wird das Tröpfchen in der Glasröhre niemals,weder beim Laden noch beim Ausladen seine Stelle verändern. — Marat sagt;„Ausser dem Widerstande, welchen die Luft gegen die Verfliegung der elektri-schen Kügelchen äufsert, wirkt sie auf dieselbe auch alseine anstofsende Kraft,die sie in Bewegung setzt, oder vielmehr von ihrer Richtung ablenkt, aber siescheint ihnen nur in so lern etwas anhaben zu können, als sie selbst stark inBewegung gesetzt ist. Bläst man die Luft durch einen grofsen Blasebalg miteiner gläsernen Röhre auf den elektrischen Strom, welchen ein einige Zoll überdem Leiter aufgehangenes glühendes Kügelchen anzieht, so wird man diesenStrom , der Schnelligkeit seiner Bewegung ungeachtet, von seiner Richtung ab-gebracht werden sehen. Der Versuch mufs im verdunkelten Zimmer angestelltwerden. Wenn man den Blasebalg abwechselnd auf diesen Strom und denDunstkreis des Kügelchens gehen läfst, so sieht man den äufsern grofsen Un-terschied der Wirkung der Luft auf diese beiden Flüssigkeiten. An dem unun-terbrochenen Fortgange des Stroms der einen, erkennt man, dafs ihre Kügel-chen stark angezogen werden, und an der Ausspannung des Stroms der andern,dafs ihre Kügelchen frei von Anziehung sind. Um den Luftstrom durch ihrenauf die Wand geworfenen Schatten gewahr zu werden , mufs man genau denrechten Punkt treiben/’— Van Marum machte folgenden Versuch : Er nahmeinen gläsernen Ballon von ohngefähr 9 Zoll im Durchmesser , und liefs ihn miteinem Stöpsel recht dicht verschliessen. Durch diesen gieng ein kupferner Drath,dessen zugespitztes Finde sich in der Mitte des Ballons befand , und der ioiglichdie ihm mitgetheilte Elektricität in die Luft, welche in dem Ballon enthalten war,verbreitete. Um zu beobachten, ob sich die eingeschlossene Luft beim Elektri-sireu ausdehne, diente eine gekrümmte an beiden Seiten offene eine halbe Linie