Band 
Dritter Band
JPEG-Download
 

Atmosphärische Luft und Eucniettar, 271

ans dem Leiter fünf oder sechs Mal in einer Sekunde übergieng. Bei den Ver-suchen mit der atmosphärischen Luft stellten sie dieselbe erst über eine Lack-mustinktur, so ; dafs sie zwei Zoll hoch über derselben in dem Glase stand,und liessen den elektrischen Stral 30 Minuten lang hindurch gehen ; die Mengeder Luft verminderte sich um */ja. Die blaue Farbe der Lackmustinktur wurdeetwas röthlich, obgleich diese Farbenverändefung seht gering war. In derFolge liessen sie auch durch eine drei Zoll hohe Säule von gemeiner Luft, diesie mit Regenwasser gesperrt hatten, den elektrischen Stral 30 Minuten langhindurch gehen, untersuchten hierauf diese elektrisirte Luft mit dem Salpeter-lult-Eudiometer von Fontana 1 ), und fanden, dafs, wenn sie 2 Maas dieserelektrisirten Luft mit drei Maafsen salpeterartiger vermischten, die Verminde-rung des ganzen fj?- betrug - , da die Verminderung der unelektrisirten atmosphä-rischen Luft, die man zu gleicher Zeit mit derselben Salpeterluft, und auf ebendie Art untersuchte, ||| war. Als sie diese Versuche späterhin auf eben dieArt wiederholten, so war die Verminderung der elektrisirten Luft und derunelektrisirten Da nun, sagt van Marurn , wenn man atmosphärischeLuft und Salpeterluft mit einander vermengt, das Gemenge um so weniger ver-mindert wird, je mehr die erstere Phlogiston erhält, so sieht man, dafs dieatmosphärische Luft bei allen diesen Versuchen einiges Phlogiston angenommen( = Sauerstoff abgegeben) haben mufs. (Beschreib, der Teylerschen Elektrisir-maschine u. s. w., durch Martin van Marum \ aus dem Holland. Leipzig1786, Th. I, p. 28.) — Bergmann sagt (physisch, chem. Werke, aus demLateinisch, v. Tabor, B. VI, p. 158), durch grofse und öftere elektrischeSchläge werde die Luft sehr verändert. — Cavendish stellte über unsernGegenstand mit folgender Vorrichtung Versuche an. Ein gläserner Heber mitgleichen Schenkeln, durch Quecksilber angefüllt, wurde in zwei Gläser, diegleichfalls Quecksilber enthielten, gesteift. Ein kleines gläsernes Instrumentdiente um in den Heber in bestimmten Mengen zuerst eine wasserichte Flüssig-keit zu bringen, welche in dem Heber in die Höhe stieg, und das Quecksilberin zwei Säulen theilte •, hernach die Luft, welche wieder die wasserichte Flüs-sigkeit theilte. 2) Er brachte hierauf das Quecksilber des einen Glases mit demBoden in Verbindung, und gab dem in dem andern durch eine Elektrisirma-schine Funken, welche aus einem Schenkel des Hebers in den anderm durchdie Luftarten hindurch giengen. Auf diese Weise wurden die folgenden Ver-suche angestellt. Wenn der elektrische Funken durch die atmosphärische Luft

4) Vergleiche Atmosphärische Luft , Stickgas und Sauerstoßgas.

2) Umständlicher findet man die Vorrichtung bei Stickgas, Sauerstoffgas und ElcktrL.citiity B. L, p, 4sy.