27 ‘Ö Atmosphärische Luit und Eleetricitjet..
Leicht und in "beträchtlichem Grade phlogistisirten ; wenn er hingegen Drähtevon sehr reinem Silber, welche ohngefahr 9 bis 10 Zoll lang waren, gebrauchte,so wurde die Luft weit weniger verderbt, und es war dazu eine beträchtlicheZeit nöthig. Man rnufste z. B. eine halbe Stünde hindurch unaufhörlich Fun-ken schlagen lassen. (Vergl. Gchler’s phys. Wörterb. B. II, p. 356.)
Auch Marat sagt (a. a. 0. p. 472), die oben angeführten Erscheinungenseien nicht der Elektricität, sondern vielmehr dem Kitte zuzuschreiben, indemsie nicht Statt finden , wenn man den Metalldraht mit sehr hartem rolhen Wachseeinkitte. Indessen scheint bei diesen Einsprüchen das oben angeführte Priest-ley’sche Experiment, bei dem weder Drähte noch Kitt angewandt wurden,nicht beachtet zu sein. — Sennebier (physik. chem. Abhandl., Th. III, ausdem Franz., Leipzig 1785, p. 137) behauptet, es sei allerdings wahr, dafs derelektrische Funke, der in der Luft ausbreche, indem er dieselbe phlogisticire ,sie verderbe, wobei fixe Luft erzeugt werde (a. a. 0. p. 253.) — Kr at zen-Stein sagt (Vorl. über Experimentalphysik, 6te Auflage, p. 104), man erhaltephlogistische Luft, wenn man viele elektrische Funken durch die atmosphärischegehen lasse. — Achard (Samml. phys. und chem. Abhandl. B. I, p. 295)bestimmte mit Hülfe des Eudiometers den Grad der Dephlogistication der ineiner Leiduer Flasche enthaltenen gemeinen Luft. Nun elektrisirte er dieselbe,und prüfte die Luft nach einigen Stunden abermals , und das Eudiometer be-wies, dafs sie unverändert war. — Fan Marum und Paets van Trost-iuyk stellten mit der grofsen Teylerischen Eleklrisirmaschine hieher gehörendeVersuche an. Ihre Vorrichtung, mit der sie Versuche über das Verhal-ten der Elektricität zu luftförmigen Flüssigkeiten anstellten, war folgenderDurch den Boden eines gläsernen fünf Zoll hohen und 1 ’/i Zoll im Durchmesserhaltenden gläsernen Cylinders, der in einem Gefäfse umgestülpt ist, geht eineiserner Stift, auf den eine Kugel aufgeschraubt Avird. Das Glas füllt man aufdie gewöhnliche Weise mit Luft, die durch Quecksilber oder Wasser gesperrtwird. Wenn die Versucher die Luft auf Wasser stellten, so brachten sie indas Glas einen eisernen Stift, auf welchem sich eine kleine Kugel befand, dieeben über die Oberfläche des Wassers hervorragte, wodurch der Uebergangdes Strals, da das Wasser kein sehr guter Leiter ist, erleichtert wurde. Alsdas Glas in das Gefäfs umgekehrt war, so stellten sie dieses in ein Gestelle,welches vermittelst einer Schraube in die Höhe gebracht, und erniedrigt werdenkonnte ; sie befestigten cs an dem Gestelle vermittelst seidener Schnüre, schraub-ten alsdann die Kugel auf den Draht im Boden des Glases, brachten in das Ge-fafs, welches das Glas aufnahm, einen eisernen Stift, von dem eine Ablei-tungskette bis an einen in den Boden eingelegten kupfernen Stab ging, undschoben endlich den Apparat so weit in die Höhe, dafs der elektrische Stral