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Dritter Band
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Atmosphärische Luft und Elektsicität.

und ist die Bewegung aufserordentlich heftig, so pflegt es gemeiniglich zuhageln. Während die Gewitterwolke anschwillt, und sich ihre Zweige übereine grofse Strecke der Gegend verbreiten, siebet man den Blitz von dem ei-nen Theile derselben nach dem andern zu fahren, und öfters ihre ganze Masseerleuchten. Hat sich die Wolke hinlänglich ausgebreitet, so streichet der Blitzzwischen der Wolke und der Erde an zwei entgegengesetzten Orten, so dafsder Strich durch den ganzen Körper der Wolke und deren Zweige hindurchgehet. Je länger dieses Blitzen anhält, desto dünner wird die Wolke, unddesto mehr verliert sie ihre Dunkelheit, bis sie endlich an verschiedenen Ortenbricht, und einen klaren Himmel sehen läfst. Hat sich solchergestalt die Ge-witterwolke verloren, so breiten sich die Theile, die die obern Gegenden desDunstkreises einnehmen gleichförmig auseinander, und werden ganz dünn,und die zunächst darunter befindlichen sind schwarz, aber ebenfalls dünne, undverschwinden endlich nach und nach , ohne durch den Wind auseinander ge-trieben worden zu sein. — Donndorf /(Lehre von der Elektricität B. II. p.520) sagt, die Hitze, welche im Sommer vor den Gewittern hergeht, verur-sacht uns eine ganz andere Empfindung , als sonst eine eben so starke odernoch stärkere Hitze zu thun pflegt. Man nennt diese Witterung schwül} durchdieselbe verliert die Luft den Grad der Elasticität, welcher unentbehrlich ist,wenn wir ohne Beschwerlichkeit sollen Athem schöpfen können. Sie macht unsträge, und scheint das Geblüt gleichsam aufzuschwellen. Der Wind, der sonstunserrn Körper eine angenehme Kühlung verursacht, bedeckt uns gleichsammit einer heifsen Wolke - , und überhaupt kann man diesen Zustand der Luitsehr leicht von der gewöhnlichen Hitze unterscheiden. Der Erfahrung zu Folgespürt man zu dieser Zeit eben die Mattigkeit, und überhaupt ähnliche Empfin-dungen , als wenn der Körper zuweilen mit starker negativer Elektricität künst-lich geschwängert ist, wodurch einige fast zum Schwindel gebracht werden 1).Man bemerkt auch, wenn man zu dieser Zeit schnell aus dem Hause in dieLuft kommt, den bekannten elektrischen Geruch, wovon die gemeinen Leutesagen pflegen, „die Luft riecht nach Wärme.'* Fis giebt Menschen, welche eswohl 24 Stunden vorher riechen, wenn es wittern will. Lamp adius giebt(Systematischer Grundrifs der Atmosphärologie p. 146.) folgende Skizze vomGewitter: Der Himmel ist völlig heiter} es wehet ein inäfsiger SO Wind, undder höchste Grad der Wärme zu Mittag im Schatten ist etwa IS- bis 19-’ R.Die Wärme nimmt nach und nach zu. Den dritten oder vierten Tag zeigt das

1) Demjenigen , der vermöge seiner (sehr reizbaren) Constitution besonders stark von derGewitterluft afiicirt wird , kann vielleicht eine ganz seidene Bekleidung Linderung gewlih-rw. t>. *S\ Ph,