A T M 0 S r H JH & i S G H ft L U *• T UNI) El E K T R I C 1 T M T. 277
Thermometer 22 bis 24 Grad. Der Wind ist kaum merklich südlich, die Luft-elektricitiit vermindert, man fühlt eine gewisse Unbehaglichkeit aus Mangeldieser Flüssigkeit. Es entstehen höhere Strichgewölke, die an manchen Punk-ten des Horizonts dichter werden. Tiefe Stille herrscht in der ganzen Natur.Jene SLrichgewölke enthalten schon den Keim des Gewitters ; sie verdichtensich, und ein niederes Wölkchen erscheint zuerst unter dieser Schicht. Ausdiesem wird bald eine dicke begrenzte Wolkenmasse. In beide Schichtenkommt Bewegung und es fängt an einzelnen Stellen zu regnen an. Bald daraufsieht man den Blitz aus der regnenden Wolke fahren, und vernimmt den Don-ner. Das Schauspiel wird immer interessanter, und der Regen wird immerhäufiger. Blitze folgen auf Blitze, das Gewölk wird stürmend getrieben, undungeheure Wassermassen, die zuweilen gefrieren, fallen nieder. Positive undnegative Blitze wechseln mit kurzen Intervallen von kaum merklicher Elektri-cität. Der Regen ist stark elektrisch; die Luft wird um 5 bis 6° abgeküldet,und wieder elektrischer als vor dem Gewitter. Blitz, Donner, wafsrigerNiederschlag und Sturm sind die vorzüglichsten Ereignisse bei dem Ge-wiLLer. Die Farbe des Blitzes ist nicht immer gleich, welches so wohl von demGrade der Luftverdümmng als der Feuchtigkeit, so wie auch von dem Hinter-gründe auf dem es blitzt, abhängen kann. Bei einigen fast ununterbrochenleuchtenden Gewittern erscheinen die Blitze fast immer blendend weifs. DerBlitz schlägt entweder aus einer Wolke in eine andre, oder er zertheilt sich inder Luft, oder er wird von einem Gegenstände auf der Erdoberfläche angezo-gen, ei. i. es schlägt ein 1). Dafs ein niederfahrender Blitz am Orte des Ein-schlagens schweflichtsaure Dämpfe verbreite, ist wenigstens allgemeine Sage.Es fragt sich aber, ob dieser Behauptung nicht etwa eine Verwechselungdes Geruchs dieser Dämpfe mit dem bekannten phosphorichten Geruch derElektricitat S. Th. I. B. I. p. 53. und Th. II. den Artikel Elektricität undKörper) zum Grunde liegt. Der Blitz erscheint uns wegen der Schnelligkeit,mit der er seinen Weg zurück legt, als ein zusammenhängender Strahl. Daer die Luft als einen schlechten Leiter vorfindet, so wird er von dem geradenWege hin und her abgebogen; erscheint daher krumm und wellenförmig lau-fend. Die Quantität des theils fals Regen theils als Hagel in einem geringenUmfange der Luft bei einem Gewitter niederfallenden Wassers ist so grofs, dalsoft bei einem Gewitter in dem Umfange wenigstens einer Meile 2 Fufs hochWasser fällt, und dieses aus einer Luftschicht, welche kurz zuvor noch freivom Wasserdampf war. Die Tropfen sind sehr grofs , und das Wasser wird
1) Ueber die Natur des RI Uzes , vo wie die Blitzableiter und därgl, sehe man; liu-kt} ivi.Uil der Luß, B. //, p. 307 , 5 ?'. Noten,