Band 
Dritter Band
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AtmospHsrischr Luft und ElrktriciTjbt.

Knall nicht hören. Als er nemlich an ein Fenster gegen Osten, nachdem seinerMeinung nach das Gewitter vorbei war, trat, so sah er einen breiten Feuer-strom wellenförmig herabstürzen, und zählte 43 Sekunden, ehe er den Knallhörte, welcher ihm stark vorkam von Leuten in seinem Hause aber nicht wargehört worden. Er zählte eben so viel zwischen einem andern ähnlichen Blitzeund dem Knalle. Die Knalle kamen alsdann immer langsamer, so , dafs ersich nicht so lange richtig zu zählen traute, sie wurden auch immer schwächer.Man sähe es auch noch viele Stunden darauf blitzen , ohne einen Knall zu hören.Indessen behaupten doch Gehler (phys. Wörterb. B. IV, p. 740) und Fischer(phys. Wörterb. Th. V, p, 624), das Wetterleuchten unterscheide sich von denwahren Blitzen und Wetterstralen vorzüglich darin, dafs man auch in der gröbs-ten Nähe blos einen in die Breite und Länge sich ausdehnenden bald schwa-chem, bald hellem Lichtschimmer ohne allen Knall wahrnehme. — Gehlersagt, das Wetterleuchten sei dem Lichte ähnlich, das im Vacuo oder sehr ver-dünnter Luft (Vergl. oben Verhalten derElektricitätin verdünnterLuft) zwischen Metallplatten entsteht, die auf entgegengesetzte Art elektri-sirt sind. — Watson beschreibt ( Philosoph. Transact. Kol. XLKIT, p. 367)dasselbe unter dem Namen Coruscation, und vergleicht es mit den Säulen unddem Glanze des Nordlichts. T> — Auch Fischer behauptet (phys. Wörterb.B. V, p. 625), das Wetterleuchten zeige eine grofse Aehnlichkeit mit demNordlichte. — Reimarus (Neuere Bemerk, vom Blitze, Hamb. 1794, 8. §.73)vergleicht das Wetterleuchten mit den elektrischen Strahlen, welche man beiunsern elektrischen Versuchen im Dunkel von einem Körper ausfahren sieht ,der durch einen beständigen Zuflufs von Elektricität überladen wird , und dochkeinen bestimmten Gegenstand findet, dem er dieselbe durch einen Funken mit-theilen kann. F. J. Blach (Neue schwed. Abhandl. Th. I, 1780 d. teutschenUebersetz. p. 97) erzählt von den niedern Küsten der Insel Sumatra, dafs sichdaselbst fast jede Nacht von der Abenddämmerung an, bis zum Morgen, dadas Tageslicht bemerklich sei, ununterbrochene stille Blitze zeigen. — NachFischer (a. a. 0. p. 624) findet bei uns das Wetterleuchten vorzüglich Statt,wenn sich die Atmosphäre schon durch wirkliche Gewitter abgekühlt hat, undwird am meisten von der Abenddämmerung an bis zur Morgendämmerung be-merkt. An einigen Orten innerhalb der Wendekreise ist es, seiner Angabenach, ein eben so gewöhnliches Phänomen, als das Nordlicht innerhalb desnördlichen Polarkreises. — Lampadius führt an (Systematischer Grundrifsder Atmosphärologie, p. 150), er habe immer gefunden, dafs diese Erscheinung

1) Hierauf stützt sieb zum Tbeil die Wahrscheinlichkeit, dafs das Nordlicht elektrischenUrsprungs sei,