Atmosphärisch® Luft und Ei.hctricit.st. 233
in Teutschland von entfernten Gewittern herrühre. Blitze ohne Donner sollen1785 in Frankfurt gezündet haben.
Eine andere elektrische Erscheinung bei Gewitterluft nennt man Wetter-lichter, St. Eimus ■ oder Telmsfeuer, Gestirn der Helena, St.N i kolaus feil e r (Castor et Pollux , Ignis lambens , Feu saint Eime.) Manbemerkt nemlich zuweilen bei Gewitterluft an den in der Luft erhabenen Kör-pern , besonders Metallen, an ihren Spitzen oder Ecken rauschende Flammen,welche eine Zeitlang ohne Schaden dieser Körper fortdauern Vornemlich zeigtsich diese Erscheinung an den Spitzen der Mastbäume , an den hervorragendenTheilen der Schiffe bei Stürmen, an den Spitzen der Kirchthürme u. s. f.Schon Plutarch (in s. Lebensbeschreibung des Lysander) AristotelesH om er , Sette ca ( Ouaest. natur. Lib. I, cap. IF ), Hirt ins {de hello Afri-cano , cap. AI), Livius Cap. XXXII ), Plinius {Histor. natural. II, 37)erwähnen dieser Erscheinungen. — Plinius nennt sie Sterne, und meldet, dafssie sich nicht nur an Mastbäume und andere Theile der Schiffe, sondern auchan die Köpfe der Menschen zu setzen pflegen. ,, Exsistunt”, sagt dieserAutor, „slellae et in mari terrisque. Vidi nocturnis militum vigiliis inhaererepilis pro vallo fulgorem effigie ea: et antennis navigantium, aliisque naviutnpartibus , seuvocali quadatn sonu insistunt, ut volucres , sedetn ex sede rnutan~tcs. Geminae autem salutares et prosperi cursus praenunciae ; quarum adven-tu fugari dir am illam ac minacem adpellalamque Helenam ferunt. Et ob idPol-luci et Castori id numen adsignant , eosque in mari deos inuocant. Homi -man quoque capiti vespertinis horis magno praesagio circum fulgcnt.” („Esgiebt auf dem Meere und Lande Sterne Ich sah , wie bei den nächtlichenWachen der Soldaten ein Schein von dieser Form auf ihren Spiefsen vor demWalle safs. Eben so sitzen dergleichen auf den Segelstangen und andern Thei-len der Schiffe, geben ein gewisses scharfes Geräusch von sich , und verändern,wie Vögel ihre Sitze ein Mal über das andere. Kommt dergleichen einzeln , soist es eine böse Vorbedeutung, und deutet Schiffbruch an, kommen beide zu-gleich, so sind sie Glück bringend, und zeugen von einer erwünschten Fahrt.Man sagt, durch beider Ankunft soll die unglückbringende gefährliche Flamme,die man Helena nennt, verjagt werden. Deswegen schreibt man jene denGottheiten des Castor und Pollux zu, und verehrt sie auf dem Meereals Götter. Oft befindet sich auch zu nächtlicher Weile ein Glanz dieser Artum den Häuptern der Menschen, der als Vorbedeutung wichtiger Ereignisse an-gesehen werden inufs.”) Scuec a meldet , n Gylippo Sgracusas petenti , visa estStella supra ipsatn lance/n constitisse. In Romanorum castris visa sunt ardercpila, ignibus scilicet in Ulis delapsis.” („Als Gglipp nach Syracus reiste, setztesich ein Stern auf seine Lanze. In dein Römischen Lager gedeihen die Spiefsp
N n 2