Dampfmaschine.
welcher in einem damit verbundenen Cylinder in die Höhe steigt. In diesembewegt sich ein Kolben auf und nieder , an welchem eine Kette, die andas eine Ende eines starken Hebelbaums befestigt ist, sich befindet. Amandern Ende des Hebelbaums sind andere Ketten angebracht, an welchenKolbenstangen mittelst der daran befindlichen Kolben in Säugpumpen : aufund nieder spielen, um das Wasser aus der Tiefe herauf zu bringen. Umaber den Kolben in dem Cylinder, worin der Wasserdampf treten soll, aufeine gewisse Höhe zu bringen, so wird der Arm des Hebelbaums, an wel-chem die Pumpenstangen hängen, stärker belastet, wodurch auf dieser Seiteein Uebergewicht entsteht, und folglich der andere Hebelarm mit dem daranbefestigten Kolben in dem Cylinder gehoben wird. Sobald der Kolben aufdiese Art seine höchste Stelle erreichet hat, so schiebt eine eigene beson-dere mechanische Vorrichtung einen Deckel oder Schieber, den sogenanntenRegulator vor die untere Oeffnung der Röhre, welche den Cylinder mitdem Kessel verbindet, so, dafs keine lieifse Dämpfe weiter aus dem Kesselaufsteigen können. Eben diese mechanische Vorrichtung öffnet zugleicheinen Hahn, durch welchen kaltes Wasser in deii Cylinder gespritzt wird,welches gegen die untere Fläche des Kolbens stöfst, in Gestalt des Regenszurückfällt, und den Wasserdampf verdichtet. Hierdurch entsteht nun einrelativ leerer Raum in dem Cylinder, und der aufgezogene Kolben wirddurch den Druck der äufsern Atmosphäre niedergetrieben. Hiebei wird zu-gleich der Regulator geöffnet, und der Hahn, wodurch das Wasser in denCylinder gespritzt wurde, verschlossen. Nun geht das Spiel wieder vonvorn an, indem der Wasserdampf wieder in den Cylinder hinauftreten kann,nach dem der Kolben durchs Uebergewicht des einen Hebelarms in dieHöhe gehoben worden. Diese Einrichtung der Newcomenschen Feuerma-schinen läfst, so beträchtliche Vortheile diese auch in manchen Gegendengewähren, wegen des grofsen Aufwands an Feuerung , den sie im Ganzenerfordern, dennoch sehr viel zu wünschen übrig, und schränkt ihren Ge-brauch für viele Gegenden sehr ein. So versichert Pryce , dafs es einebekannte Sache sei, dafs eine jede grofse Feuermaschine in Cornwallis jähr-lich für 3000 Pfund Sterling Steinkohlen verbrauche. Die vortheilhaftereAbänderung der Oefen, worin man das Wasser zum Kochen brachte, konn-ten doch nicht viel Ersparnifs bewirken. Die Maschinen hatten in ihrerwesentlichen Einrichtung selbst zwei Fehler, die zur Verschwendung desDampfes Veranlassung gaben, und folglich verursachten, dafs ein Theil derFeuerung unnütz verwendet wurde. Um nemlich ein Vacuum unter dem
Kolben