Atmosphärische Luft und W a s s b r .
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Dampfmaschine.
Kolben im Cylinder hervorzubringen, wird kaltes Wasser in denselben hin-eingespritzt, sobald der Kolben bis zu seiner gehörigen Höhe gestiegenist, und der Regulator den Zugang der Dämpfe abgeschnitten hat. Aberweil das Wasser sich durch die Hitze des Cylinders selbst in Dämpfe ver-wandelt , so mufs es in beträchtlicher Menge angewendet werden, um alleTheile des Cylinders unter dem Kolben gehörig abzukühlen, und den darinenthaltenen Dampf zu vernichten. Demohngeachtet kann doch kein völligesVacuum hervorgebracht werden, weil eben dieses Vacuum Urs ach ist,dafs sich das Wasser schon bei niedriger Temperatur in Dämpfe verwandelt,die zwar lange nicht den Grad der Elasticität haben, als die des kochendenWassers, (Vergl. unter Wasser und Wärme die Versuche über Elasticitätdes Wasserdampfes) aber doch einHindernifs beim Niederdrücken des Kol-bens sind, und folglich machen, dafs der Druck der Luft auf den Kolbendes Cylinders nicht so grofs ist, als er sein sollte. Zweitens: das inden Cylinder gespritzte Wasser, was darin so lange bleibt, bis es durchden Dampf der beim nächsten Zuge den Cylinder füllt, durch die Ausflufs-röhre herausgetrieben wird , hat den Cylinder und seinen Boden so abgekühlt,dafs bei Wiedereröffnung des Regulators eine grofse Menge des aus demKessel aufsteigenden Dampfes zersetzt werden mufs, um dem Cylinder wie-der eine Hitze mitzutheilen, dafs der in ihn tretende Dampf hinlänglich er-halten werden kann, und eine Hitze übrig behält, die er bei der Erhebungdes Stempels nothwendighaben mufs, wenn seine Elasticität der, der äufsernLuft gleich sein soll.
3) Wattsche oder neue verbesserte Dampfmaschine.
Allen diesen Fehlern hat der berühmte James Watt durch seine Er-findung im Jahre 1764 zu Glasgow in Schottland völlig abgeholfen. Er hatdurch seine an der Dampfmaschine angebrachten vorteilhaften Abänderun-gen zugleich ihren Mechanismus so wesentlich von der bisherigen Art derDampfmaschinen verschieden gemacht, dafs die seinige mit Recht eine eigeneGattung ausmacht , wenn gleich in Ansehung der Steurung dabei ziemlicheAehnlichkeit mit den altern Dampfmaschinen zu sein scheint. Die Watt-sche Dampfmaschine beruht auf einem ganz andc.ni Princip als die New-comensche ; ihre bewegende Kraft ist. nicht der Druck der Luft auf denKolben des Cylinders, der dabei vielmehr ganz ausgeschlossen ist, sondernganz und allein die Elasticität der Wasserdämpfe, die auch nicht im Cylin-der, sondern aufserhalb demselben durch Abkühlung vernichtet werden.
MEYERS SYST. WARST. X. TH. II. BAND. II. ARTH. Ntlll