Buch 
Daniel Gottfried Schrebers, der Rechte Doctors, Historische, physische und öconomische Beschreibung des Waidtes, dessen Baues, Bereitung und Gebrauchs zum Färben, auch Handels mit selbigen überhaupt, besonders aber in Thüringen : mit Beylagen, und einem Anhange dreyer alter Schriften
Entstehung
JPEG-Download
 

Vorrede.

düngen der Pflanze'/ mit äusserstem Fleisse, und/ als manwohl noch in keinem botanischen Buche antreffen wird / nachden: Leben verfertigen zu lassen / und / da ich vorhin schon meh-rern Aufwand bey dem Wercke gehabt / solches vollends auf eige-ne Kosten heraus zu geben. Ich machte mein Vorhaben im Ju-lio dieses Jahres durch eine gedruckte Nachricht bekannt; undweil ich darinnen von der neuen Bereitungsart des Waidtes zumFarben Erwehnung gethan hatte / so ward ich nachher von ver-schiedenen / zum Theil angesehenen und gelehrten Männern / wel-che über mein Vorhaben viel Gefälligkeit äusserten / angegangen,daß, weil ich die Art/ diesen teutschen Indigo zu bereiten/ in mei-ner Schrift wohl nicht entdecken würde / ich solches / gegen ei-ne !von mir zu bestimmende Geldsumme / und gegen einen mir aus-zustellenden Revers / ihnen bekannt machen sollte. Hierauf aberwill ich folgendes öffentlich antworten: Es ist vom Anfange mei-nes Unternehmens so wenig der Eigennutz die Triebfeder bey mirgeivesen, als ich eigene Ehre dadurch gesuchet habe, und meinHerz ist / durch die Gnade GOttes / noch itzo davon gereiniget.Wenn nur/ wie durch alles mein Thun; also auch hierdurch / dieEhre GOttes gefördert / und meinem Nächsten gedienet wird!Auf andere Vortheile will ich gerne Verzicht thun. (*) Zu Be-zeigung dessen bekenne ich hiermit aufrichtig / daß ich zwar sowohlselbst/ als durch einige Freunde/ denen ich das Nöthige dazu an dieHand gegeben, vielerley Versuche gemachet; iedoch keinen an-dern und kürzern Weg / zu dieser Farbe zu gelangen / finden kön-nen/ als daß man mit dem Waidte eben so/ wie mit dem Anis ver-fahret : nemlich daß man die frischen Blätter des Waidtes im Was-ser

Aequirare prokeÄa ecke ruto teltor, qui nolui cuiouam llecelle-re lautem cius, quoll aur primus auc reötior villiuet.

(*) Hätte ich nicht auf den wohlgefälligen Willen GOttes , und aufdas gemeine Beste gesehen, so hätte ich beträchtliche Vortheile da-von haben können , wenn ich diese Schrift durch den Druck gar nichthätte bekannt machen wollen.