5» Zweyter Brief. Bawtry.
folglich über zwey und sechstausend Pfund Winter-fütterung giebt.
Inzwischen versicherte mich der Verwalter, daßdie Kohlrüben für Kühe und Ochsen lange so nahr-haft nicht sind, als die anderen weißen Feldrüben,(lurnchs), weil man für eine gewisse Anzahl Rind-vieh in der Zeit, da sie viele Acker voll Kohlrübenverzehren, nur wenige Acker Rüben gebraucht. ImOctober fangen sie an aufzuspringen, und halten sichnicht länger als bis Weihnachten. Die Kohlrübenwachsen hier in einem leichten sandigen Boden, wor-über ich mich desto mehr wunderte, weil man ins-gemein behaupten will, daß sie einen schweren Klcy-boden erfordern. Ich halte den hiesigen Boden vonNatur für fett, welches auch daraus erhellet, daßdie Acker überhaupt zu zehn bis zwölf Schillinge imPachte angeschlagen werden.
Der Verwalter hielt den Bau der Kohlrüben imGanzen nicht für so zuträglich, als die Rüben. Al-les Vieh frißt sie zwar sehr gerne, aber so geschwindund leicht weg, daß eine reiche Erndte von diesemFutter nicht so viel nutzt, als eine geringe von Rü-ben. Der Wirth in der Krone zu Bawtry, welcherviel Land gepachtet hat, versicherte mich, daß er ebendieses bey Mästung der Ochsen erfahren.
Die gemeinen Rüben sind hingegen ein vortreff-liches und bewährtes Futter zur Mästung; es ist nurSchade, daß sie nach dem Froste so bald im Früh-jahre faulen, daher es zu Ende des Märzes und imApril, und in einigen Gegenden auch noch einenTheil des May am Futter fehlt. Es kommt alsodarauf an, etwas in der Wirthschaft ausfindig zumachen, das die Stelle der Rüben ersetzt, und dem
Froste