Vier und fünfzigster Brief. 41z
-es Theetrinkens willen? Der Lohn ist seit zwanzigJahren um fünfund zwanzig, und die Armensteuerum vier und sechzig Procent gestiegen, damit dieArmen zwey Mal Thee trinken können: und inzwanzig Jahren werden stc noch einmal so hoch stei-gen, damit sie drey Mal trinken können. Wenneine Mutter mit ihrer Tochter das ganze Jahr hin-durch täglich nur einmal trinkt, so kostet dieß sovielals der vierte Theil des Weizens, wovon eine Fa-milie von fünf Personen lebet, trinkt sie zwey Mal,so geht so viel als die Hälfte darauf. Wer also un-terläßt zwey Mal Thee zu trinken, könnte dafürden Weizen bezahlen, wenn er auch noch einmal sotheuer wäre als jetzo, da der Scheffel sechs Schil-ling gilt.
Kann man sich unter diesen Umständen beschwe-ren, daß der Weizen für die Armen zu theuer ist?Man müßte denn verlangen, daß das ganze Landleiden soll, damit die Armen desto bequemer Theetrinken sollen; was man von dem hohen Preise derübrigen Bedürfnisse in so vielen andern Schriftengesagt, ist alles falsch und ohne Grund Ich willes den Armen nicht wehren, ihren Verdienst nachihrem eignen Wohlgefallen anzuwenden, meinetwe-gen mögen sie Burgunder trinken, es soll nur nichtauf Kosten der Armenkasse geschehen; und unsre po-litischen Köpfe sollen nicht einen höhern Preis desLohns verlangen, damit die Armen Thee statt derMilch, und Wein statt des Biers trinken können.
Wer nur auf einige Umstände Acht giebt, demmüssen die Augen aufgehen, wenn er nicht vorsch-lich! blind seyn will. Der Lohn ist mehr gestiegenals die Victualien, und die Armeirsteuer auf eineentsetzliche Art; ich bin überzeugt, daß daeTheelrin-
ken