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Oe l^uns.
Die 2tr Sorte gebraucht man zu 8plrmbus volanlibus und solches ist die Rinder-Blafe: Schwein-Blasen sind hierzu geschickter, weil die ersten gar zu starck und dickesind, und weil sie ihrer Duplüatur halber nicht wohl schließen; So kan man doch die«ftn Mangel abhelffen, wenn man Bindfaden umher wickelt: Will man solche wiedervon denen Gläsern loß haben, muß man sie mit Wasser befeuchten, da .sie denn willigloßgehen: Man kan sie zwar nicht offt gebrauchen, weil mit der Zeit ihr Leim, des ste-ten Gebrauchs halber, sich verliehret, auch ist noch dabey zu erinnern: daß bey starckerHitze diese Blasen nicht tauglich seyn, weil solche gern springen und reisten.
Die z te Sorte gebraucht man zu denen 8pi«-iribu8 unnötig, und solches bestehet ausEyweiß und Kalck: Es ist aber nöthig, daß man geschwinde damit umgehe, und solchesist das beste l^utum, zu dergleichen Arbeiten; man braucht auch solches zu Rissen derGlä-ser, indem man solches auf eine starcke Leinwand schmieret, und auf die Risse appliaret;Andre nehmen auch zu solchen kmris alten weichenKase, und hat man den Vortheil, daß ernicht so bald mit dem Pvs in eine solche Harte gehet, als mit dem Eyweiß und Kalck al-leine, da dann auch das Mehl die Coagulation verhindert: Es ist auch nöthig,ehe mandie Lmm gppliciret, daß man, zwischen beyden Gläsern, erstlich ein Pappier legen muß,um solche sowohl fest schlkss-nd ur machen, als auch das Zerbrechen oder Reisten derMündung des Kolbens oder andern 'Anstosses zu verhindern.
Die 4te Sorte gebraucht man zu 8pinc^u8 corroüvis oder sciäig, und hierzu istdes Dippelii seines das Bequemste: wiewohl Dippel eigentlich nicht Invenror davon ist,dieweil solches schon fast bey 202. Jahren her im Gebrauch gewesen: Es bestehet aus ge-meinen Laim oder gemeinen Bolo, oder Röthelstein, welches man (es sey eins oder dasandere) klein stösser, und mir gemeinen Oehl-Virniß zur Consistenh eines llmci macht,welches ziemlich dünne seyn muß, wenn es bald trocknen soll:
Dieses lmrum aber muß man nicht bey öhligten Sachen gebrauchen e. bey dervestillsrione Cornu Lervi, weil Olea ihres gleichen finden, und also solches l.urumLolviren.
zu Ritzen der Gläser: darzu werden annoch gebraucht Mehl und Butter-Milch q. l'. solche werden, wie schon erwehner, appliciret; oder man nimmt Mennige,Kalck und 0l. käm, welches recht gut ist; oder Kalck, Käse und Eyweiß, welches zwarrecht gur hält, aber nicht bey starcken Feuer; oderL.Irg^gcsnrki im Wasser solvirt, mitBorax vermischt und die Ritze damit bestrichen: Hat man aber eine Sache unternHänden, die was zu bedeuten hat, so nehme man lieber gantze, als gerissene Gläser dar-zu, so weiß man gewiß, daß solches nicht weiter reistet.
Endlich folget das 8iZillum klermeris,, dieses hermetische sigilliren wird auf viel-erley Art vorgenommen, die gemeinste ist folgende: Man nimmt einen Topff, stelletdas Glaß darein, das man sigilliren will, beschüttet solches mit Sand und zwar sohoch, daß es 4. Finger hoch von der Höhe des Glases entfernet sey; Auf diesenSand legt man um das Glaß herum gemeinen Thon, oder Laim, ohngefehr2. Fin-gerbreit; diesen Laim bestreue ich wieder mit trocknem Sande, hernach macht man all-mählig Feuer darum: dieses Feuer verftärcket man, bis man siehet, daß das Glaß an-fängt fiüßig zu werden, alsdenn fasset man, mit einer eignen heißgemachten Zange, denZipsstl des Glases und ziehet ihn nur in die Höhe, so bleibt nur ein klein Löchlein dar-