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aber von einem solchen Jahre ist, in welchem, rarione der Neiffigkeit und der Witterunghalber, ein recht gutes Wein-Jahr gewesen, da man nicht zu kalt noch allzuheisses, nichtzu nasses, noch zu trockenes Wetter, und dann jegliches auch nicht zur Unzeit gehabthat.
Ein Liebhaber kan allerhand Lateinische und teutsche Nahmen von der verschiede-nen Beschaffenheit derer Weine in Lveclei-I Oonttuuarione lVlareriso meälcee xo». 6z6öc 6z7. nachschlagen.
Etwas weniges muß ich bey dieser Gelegenheit von der Wein-Künsteley erwehnen:Sie ist überhaupt gedoppelt, gut und böse, dienlich und schädlich, also löblich undsündlich, ja es kan selbst eine an sich löbliche Wein-Künsteley, in böser Absicht, auchzu einer, obgleich nicht schädlichen doch sündlichen Künsteley und moralisch-oder politi-schen Betrügerey werden, wie ich mich hierüber weiter expliciren werde.
Die allezeit gurr, dienliche und löbliche Wein-Künsteley bestehet hierinnen haupt-sächlich, daß man: i) Entweder aus schlechten Weinen , gute Weine und zwar mitunschädlichen Dingen, Materialien und Zusätzen mache, also eine geringe Sorte verbes-sere; 2) oder aber aus trockenen Wein-Beeren, deßgleichen aus verschiedenen andernFrüchten, künstlicher Weise einen trinckbaren, angenehmen, gesunden Wein oder Wei-nigten Tranck, proäucire; z)und daß man solchen durch Kunst verbesserten oder garherfürgebrachren Wein auch vor keinen andern, als wie er würcklich ist, dem Nahmen,„ Werthe und Würckung nach, verkauffe.
So bald ich aber den Nahmen, Werth und Würckung wieder die Wahrheit, undin Absicht eines »»christlichen grossen Gewinnes oder meinen Nechsten zu betrügen, ver-ändere und übermäßig erhöhe, Den dazu gebrauchten Landwein nunmehro vor Rhein-Mosel-Neckar-Oesterreichs - Francken-Alicanten-Spanischen vdergar Ungarischen Weinausgebe, anpreiße und verkauffe: sogleich wird diese an sich sonst löbliche und untadel-haffte Wein-Künsteley, zu einer sündlichen Wein-Schneiderey, groben Wucher undBetrüge: Jedoch ist und bleibt sie nur sündlich wegen des Geld - Gewinstes: Sie istaber keinesweges böse und schädlich dem menschlichen Leibe, wenn damit sonst nur recht-schaffen verfahren worden.
Dagegen die offenbahr böse, nicht nur sündliche, sondern auch schädliche Wein-Künsteley hierinnen bestehet: allwo man ungesunde, wenn nicht offenbahr giffiige, we-nigstens der menschlichen Gesundheit doch schädliche Dinge, es mag nun seyn, daß mansolche schädliche Dinge und Materien kennet oder nicht kennet, zu den vermeynten Wein-Künsteleyen und Verbesserungen gebrauchet oder emxlo^iret, gleichwie es leider! gnug-sam geschehen und noch geschiehet-
Unter die gute, dienliche und löbliche Wein-Künsteley gehöret die Arbeit, a)wenn man trübe Weine klar machet, welches mit Eyweiß, mit gestossenen Alabaster,mit Hausblase; und b) wenn sie etwas säuerliches an sich haben, auch wohl mir Eyer-schalen oder Kreide zu xrLÄiLiren stehet, wobey jedoch überall ein gut )uäicium prsM-cum erfordert wird, daß man z. E. mit der Hausblase den Wein auch vorher langegnug liegen laste, damit sichs wohl reüäire, ferner daß man mit demadtorbeE csrreonicht zu plump komme', indem sich fonsten bey demWeine vom ina-roäiLrire rai mreo-M-nv allzuviel abstösset und darauf der Wein gemeiniglich die DiHolirion bekommet, kaa-micht zu werden ; c) Es bedienen sich Einige auch der klsnrse , ä) kloros
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