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Allgemeine Grundsätze der theoretisch-practischen Chemie, das ist, Gründlicher und vollständiger Unterricht der Chemie, in welchem nicht nur überhaupt eine gründliche Anleitung zu allen Theilen der Chemie, sondern auch die, aus allen dreyen Natur-Reichen, vorkommende Operationes und Producta chemica mit vernünfftigen physicalischen Demonstrationibus und richtigen Experimentis auf die leichteste und sicherste Art abgehandelt und gelehrt werden : nebst beygefügten medicinischen, chirurgischen, oeconomischen, metallurgischen etc. Gebrauch und Anwendung / herausgegeben von D. Johann Christian Zimmermann, mit königl. pohln. und churfürstl. sächs. allergnädigsten Privilegio
Entstehung
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<üax."(HH. OeUstuVini.

Den Wem aber nur Schnee oder Eiß vermischt zu trincken ift gefährlich und ker'nes-weges anzurachen, so wenig als auch nur bey Eiß zu erkühlen, als welches, absonderlichwenn man sich sehr erhitzet, durchaus nicht geschehen sollte, indem davon allein üble Sui-ten kommen können.

Die Alten heissen den mit Wasser vermischten Wein, Vinum lxmpbgwm,Vmumscxugkum, Vmum sillurum, Hingegenden puren Wein ivlsi-um oder Vinumümplex,auch wohlkorionem Sc-ycliiesm, weilen die Scythen niemahls den Wein irgends wo-mit vermischten oder solchen äiluirten.

Was, um des Wein-Trinckens willen, vor eine MengeluUrumenteoderTrinck-Ge-fthirre, erfunden worden und wie manche Geschirre, wegen des Schneidens und Schaf-fens, entsetzlich theur zu stehen kommen, ist zur GnügL bekannt, auch dieses leider! daßnicht nur mitAustrinckung deren grossen, Pferde-maßigen (^m-imten aufeinmahl, son-dern auch mit frevelhastter Zerschmeissung der Triuck-Geschirre, bey dem sogenanntenGe-sundheits-Trincken so manche vorschliche Sünde, Verschwendung und Verderbung des-sen, damit vielen Armen Hülffe und Labsal wiederfahren könnte, verübet wird : um so vielgrösser deucht mir die Sünde zu seyn, wenn man mit denen Humpen hintereinander so ei-lend trincket, daß man den Wein bey nahe, so wie er hineingegossen worden, also gleichwiederum ovomiret oder aus dem Magen stürher.

Es ist mit dem Wein-Trincken bey uns dahin gekommen, daß fast nicht das gering-ste mehr, so nur einigermaßen etwas solennes, auch bey dem Bürger Stande, heißet,pas-Lren kan, ohne daß nicht Wein dabey müsse getruncken werden Man muß Wein mu-cken beym gebshren-werden, bey demSechs-Wochen-Beite,bey dem Kind-Tauffen, beydem Verlöbniß-und Hochzeit-machen, und endlich auch gar noch bey den Begräbnissen,und so weiter bey Geburts-und Nahmens-Tagen,bey allen Gast-Gebothen und Schmau-sereyen.

Wegen des Gesundheit-Trinckens batO^enus folgenden Vers gemacher:ribi porarum plus iunr in venrrs ialurum,bkoc minus eporis kiilce lsluris babes:

I^na lslus isnis, nullgm porars iälurem.d^on elk m pors vers lAuce Salus?

Seil

ülk porior pnra licca ialure lslus.

Was nun nicht also an puren Weinenausgetruncken wird, das muß össters nochm kalten Schalen oder warmen Suppen, < 'I'kgnkers, kunck, Liskops und aller-hand andern b/lelsn^en, glüend oder heissen Weinen , I-lippocrgs-Weinen, u.d. g. ge-truncken, gesuppet odergeschlurffet werden; Man machet sich endlich auch noch vinscom-poürg, als Kirsch-Wein, Aland-Wein,. Bitter-Wein,Hirschzungen-Wein, u.d.g.mehr;Endlich wird der Wein auch sonsten noch in der Küche zu allerhand Tuncken, Saucen undSpeisen emploMSt. Und dis möchte von dessen u5u älLrerico öc «conomico gesagetseyn-

Der Wein hat ferner seinen ulum eccleüalkicum , nicht nur bey Heydnisch- undJüdischen UeliZlous-Öersmonien, sondern auch bey denen Christen, wie bekannt, imHeiligen Abendmahl.

Was