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Allgemeine Grundsätze der theoretisch-practischen Chemie, das ist, Gründlicher und vollständiger Unterricht der Chemie, in welchem nicht nur überhaupt eine gründliche Anleitung zu allen Theilen der Chemie, sondern auch die, aus allen dreyen Natur-Reichen, vorkommende Operationes und Producta chemica mit vernünfftigen physicalischen Demonstrationibus und richtigen Experimentis auf die leichteste und sicherste Art abgehandelt und gelehrt werden : nebst beygefügten medicinischen, chirurgischen, oeconomischen, metallurgischen etc. Gebrauch und Anwendung / herausgegeben von D. Johann Christian Zimmermann, mit königl. pohln. und churfürstl. sächs. allergnädigsten Privilegio
Entstehung
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5-4^2 (^3^. XXV!!. Os?Iumho.

res Bley ist: Nun verwahret also das zugegen seyende phlo§iston oder In^ammshüsallhier das Bley vor dem Verbrennen, und wo sich ja was verbrennet?, so muß es sichdoch so gleich davon wieder reäucirm: Haben sie also die Incinerarion undkecluKio»nicht verstanden, und die Euriculam vor was unreines gehalten, und nicht gswust, daßdas Inliammadi!L)so zugesetzet wird, die Ursache sey, warum es nicht verbrennet, und sichreäuciret.

Des Bleyes Gebrauch ist meist mechanisch, auch meraüurgisch Wobey es zumAbtreiben gebrauchet wird, indem es alle lVlecalia, ausser Gold und Sicher,im Schinelk-Feuer, zur Schlacke wacht, und von dein Silber und Golde scheidet; Das Kupffer lö-set es wohl im starcken aber nicht im schwachen Feuer auf; Auch wird es, nebst seinenxrwpararis, in Oairur§ia gebraucht: In Pharmacia zum ^cero hirharAyrii 6c dachar»larurni: In der IVlsöicin aber ist das Bley, und alle priLparara Larurnina eins vondenen schädlichsten und gifftigsten Dingen.- ja so gar dessen Humus undDunst, und dasblosse Farbe-Reiben vom öäinio, Cerusta, Glökte etc. macht, nach z. 4 . Jahren die Leu-te miserable, und vfft an Händen und Füssen lahm: welches noch viel eher geschiehet,wennkrLxarara lämrni, e.^. Kirrum ürrurninum, 8achar.sarurm,'chinckura amiph-rhiüca 6cc. innerlich eingenommen werden: Wie man auch, nechst dem, an denen mirbleyigten krwpsraris verfälschten Weinen gesehen, woran vor ohngefchr ZO. Jahren imReiche über iOo Menschen gestorben sind; Auch gehört hicher das Kunst-Stückgen,daman damit in Holland etc. aus Nübe-Oehl, Vaum-Ochl zu machen lehret; Nicht weni-ger hat man sich in acht zu nehmen mir denen zinnernen Geschirren, worunter Bley ist.-Denn wenn saure Dinge darein kommen, so entsteht eine 8o1urio Larurm und schlucktman auf solche Weise das Bley unversehns in den Leib hinein.

Beym Abtreiben befördert das Bley die Virristcaricm derer unedlen Metalle BeymAbtreiben und Probieren müssen die Capellen entweder von zarter Bern - oder reiner aus-gelaugten Holtz-Asche, oder von alkalischen calacirürten Spathe, oder dergleichen Frau-en-Glase verfertiget seyn, sonst gehet ein gut Theil vom Silber mit hinein.

In grossen Arbe-ten bleibt noch erwas Bley beym Silber, so sie den Bley-Sack nen-nen, welches nachmahls von dem Bley-Brenner auf dem leü durchs Verblassen vollendsabgebrannt wird.

Beym grossen Abtreiben wird alles beym Silber gewesene Bley zum hirbarAyrio,welches NN halb virrescirtes Bley ist: zu solcher 8emi-Virrescenr concribuiret viel, dieHoltz-Asche, und das salzige Wesen, indem in dergleichen Oefi-n gantze Bäume hineingesteckt werden. Das kirharo>rium wirdSilber-Glötte auch Gold -Glotte, (wennes nehmlich rörhlich aussichet, oder wenn einiges Gold beym Silber gewesen, und mitBley abgetrieben worden) genennet, ist aber nur beydes eine Bley-Glörte, und ist einer-ley, und bey keiner weder Gold noch Silber. Es wird solches niemahls expreste vomBley verfertiget, sondern man gewinnet es zufälliger Weise beym Abtreiben und Schei-den des Silbers. Es ist ein halb virrelcirtes Bley, so seine karres intlammabiles ver«lohren, und so bald dasphlamston wieder darzu kommt, sich wieder reckuciret.

Das öckinium ist ein g Oeüem gemachter und gekünstelter Ealx klumhtzundrvirdinEngelland hauffig gemacht in eigenen Oefen , darinnen das Bley, mit beständig daraufstreichender rußigter Holtz-Flamme gekrückt wird, da es dann zuerst gelb, und zur tlerustLvirriua oder lVlmio ÜLVO wird, dann wirds immer röther und schöner und endlich zum

chlinio;