? 42 O d-Lp. XXV11I. Oe 8als lüommum'.
1) Daß gleichwohl alles See-Wasser nicht einerley starck gesalhen, sondern solches ineiner Gegend schwächer oder stärcker, als in der andern ist;
2) Daß auch selbst in einer Gegend das See-Wasser nicht einerley starck gesalhen
ist.
Den ersten kunÄ betreffend, da ich nehmlich gesagt, daß das See-Wasser nicht ei-nerley gesalhen sey, sondern nach den Gegenden und Krugriomn der Welt mercklich äiKs-rlre und an einem Orte weil stärcker oder schwächer vom 8sleals am andern sey, so willich mich deshalb eben nicht in alle Theile der Welt begeben, um so viel weniger, weil ichvon denen auswärtigen Gegenden keine versicherte Nachricht habe, sondern ich will nurin unserm Europa bleiben und das darinnen dieserhalb wahrgenommene mit wenigemanführen; Vorhero aber folgendes als einen Satz melden: Je Heister das Land oder jenaher die See nach dem Mittag-oder der Sonnen zu lieget, je gesalhener ist auch die Seein solchen Gegenden; und so im Gegentheil: Je kälter das Land ist oder je weiter es vomMittag-und der Sonnen ablieget, je weniger gesalhen ist das , solch Land umgebende,Meer. Zwar haben einige eben nicht die Sonne, sondern etwas änderst, deshalb vorge-ben wollen, sie sagen nehmlich: allwo die See weniger gesalhen wäre, da käme es her,daß mehr Flüsse oder andere süsse Quellen sich daselbst in die See ergössen, folglich dasSee-Wassr äilulnen, und weniger gesalhen machten: Allein dieses Vorgeben wird nichtüberall mit der Lxperience behauptet, LU conrrair an einigen Orten, da die See wenigergesalhen ist, kommt auch weniger süß Wasser in die See, als andern Orten,da vieles hin-einkommt, und die See gleichwohl mehr gesalhen bleibet: Ln üu, dieses Vorgeben istnicht überall sxplicabls, und hingegen der Umstand, ^Ltiorie der Sonnen oder der Situa-tion, wegen mehrer Wärme und Kälte, gültiger und inclilpursble, auchJederman mehrbegrifflicher: Z. E. In lVlarl balrico, absonderlich in 8inu borknico oder im Nördli-chen Theile der OstSce, also in einer kalrenGegend, hat ein Pfund See- Wasser kaumriw halb Loth Saltz; Hvsncirr man weiter nach der Miktags-Linie zu, und prossrt dasSee-Wasser in der West See, von der Mündung der Elbe an bis Holland, wie auch imdlsnal zwischen Holland und Engelland, so hält ein Pfund See- Wasser schon noch ein-mahl soviel, nehmlich ein Loth Saltz; Komme ich in die Spanische und gar in die Mit-telländische See, so finde ich 4. mahl so viel, nehmlich jedes Pfund See-Wasser hälkzweyLoth Salz, und so mag es andern Orten, ausserhalb Europa, absonderlich nach derMit-kags-Linie zu, noch mehr seyn, so, daß man nicht anders schlüssen kan, als daß in denenwärmernGegenden auch die Sonne mehr Wasser exbalire und dadurch in propomioadas übrige mehr concenrrire oder das rückständige See-Wasser desto gesaltzener mache,welche exbalarion hingegen nicht in denen kältern Gegenden geschehen kan.
Den andern ?un<U, daß nehmlich das See -Wasser auch in einerley Gegend nichteinmahl starck gesalhen wäre, hat der berühmte Lo^le schon gemeldet: Nehmlicher hat durch gemachte Lxperiinenra odierviret, daß das Meer überhaupt am Grundemehr gesalhen ist als oben: Welches ich daher zu kommen erachte, weil
1) Die See unterwerts lange nicht die starcke Bewegung hat, als oberwerts, dem-nach unrerwerts die parres lälinoo, der natürlichen Schwere nach, herab sincken, nach undnach fich vermehren und auch mehr ungestört verbleiben können : dagegen sie
2) Oberwerts nicht nur die mehreste Zeit durch die grosse Bewegung derWellen,son-
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