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Allgemeine Grundsätze der theoretisch-practischen Chemie, das ist, Gründlicher und vollständiger Unterricht der Chemie, in welchem nicht nur überhaupt eine gründliche Anleitung zu allen Theilen der Chemie, sondern auch die, aus allen dreyen Natur-Reichen, vorkommende Operationes und Producta chemica mit vernünfftigen physicalischen Demonstrationibus und richtigen Experimentis auf die leichteste und sicherste Art abgehandelt und gelehrt werden : nebst beygefügten medicinischen, chirurgischen, oeconomischen, metallurgischen etc. Gebrauch und Anwendung / herausgegeben von D. Johann Christian Zimmermann, mit königl. pohln. und churfürstl. sächs. allergnädigsten Privilegio
Entstehung
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I4Z4 <^ap. XXVIII. Oe 8a1s commum.

Was ist wohl unflüßiger als der Kalck? Was flüßt aber wohl so dünne oder ähnlicherdem Wasser, als eben dieser Kalck, wenn er nehmlich mir dem ^cicio LUs.ist versetzetworden? wie man im so genannten 8als ammoniaco stxo deutlich gnug siehet; und sokönnte man noch andere Exempel mehr anführen.

Man kan zwar einiges taub-erdichtes Wesen aus dem läle commum beweisen,wenn es vielfältig calciniret, iolviret, stlrriret, instpistirer, wieder calcmiret, stolvirer,und iussriüiret, also diese Arbeit öffters wiederholet wird: allein es ist viele Arbeit undendlich dennoch ein unrichtiges oder ungewisses Verfahren; Mit einem Worte: Mankan hierauf eben keinen Staat machen, weil durch dergleichen wiederholen Operarionssallerhand Veränderungen und Eigenschafften einer Sache zu wege-oder bey-gebracht wer-den können, als sie von Narur nimmer gehab- bat:

Jedoch ist diß zu mercken, daß man durch gedachtes proceckiren fast das gantzeSalzcksstruiren kau : Wie ich dann zur Probe i Pfund Salz habe also «z. mahl rraüirenlassen und davon auf die letzte nur ein einhiges Quentchen Salz und z. Quentchen Erde,also zusammen i. Loth Uberbleibsal erhalten, constxiusrircr z i. Loth ckestruiret worden:Selbst das rsstirsndeQuentchen Salz könnte vollends vertilget werden, wenn man dieArbeit noch etliche wenige mahle wollte fort sehen. Diß wäre also von dem ersten in§re-ckients keu parrs constiruriva tälis commums rsrren.

Nun lieget mir ob, den 2 ien angegebenen Bestand -Theil, das iäl acickum erweiß-lich zu machen: Solches kan im Augenblick geschehen, sowie ichs schon zu andern Zeitengezeiget, nehmlich, wenn nur etwas vom OIco virrioli über läl commuue gegossen wird,da sogleich diß mächtigere virriolifche .^cickuman und in den Llcglisch- terrestrischen Theildes Salzes gehet, sich damit verbindet, und hingegen das läl acistum desis1i8 commu-nis befreyet, welches theils in seinen flüchtigsten parriculis, ohne Wärme, als ein Nebel,davon gehet, theils aber auch in seinen etwas mehr fixern Theilen, durch astbibirte Hitze,vollends zu stestilliren oder überzujagen stehet: Mit einem Worte, das Ä gciöum desgemeinen Salzes ist der uns allen bekannte IpirimZ Lli8. Ehe ich solchen weiter vorneh-me und von dessen Narur ein mehrers erwehrten will, so soll vorher noch erst etwas vomNutzen und Gebrauch des ganzen stalis communw gedacht, alsdenn aber so wohl an dieBearbeitung des ssstrirus talis, als auch andere ustiale krLpLrar-L stslis communi8 ge-kommen werden.

Der vornehmste und gröste Nutzen ist unstreitig (wie uns allen bekannt ist) der 17-st .18 estcu1snrn8 oder zur Speise, r,ls weswegen man es auch Oonstimsrnam Lonckimen-rorulo nennet. Die Alten haben schon verschiedene Tisch-Regeln, des Saltzes Noth-wendigkeit und Nutzens halber, gegeben, da einige gesager: d§on bene IVleM ribipo-nirur ab8c;ue stale: der T-sch wäre nichts nutz gedeckt, wenn kein Salh drauf stünde;Andere haben gesagt: l8lon Lpir kdlca probe, czuw clarur ab3^ue st-ie: Diejenige Spei-se, die ohne Saltz gegeben wird, schmeckt nicht wohl; Noch andere haben die Vensrarionund den bistim vors Saltzdarinnen bezeiget, wenn sie gelaget: 8al priirium poni cle-ber, primumczuL reponi: das Saltz soll zuin ersten aufgefetzet, und auch zum erstenwieder verwahret oder weggesetzet werden, u. d. g. m. Es wird nicht nur zur SalbungUnd Würtzung derer Speisen ex rempore oder die man so gleich verspeisen will, sondernauch zur Saltzung, in Absicht einer Aeitlangen Eoniervarlon, ver-a-iedener EßbarenSachen gebrauchet, z. E: Wenn man Keifch entweder in Saltzlauge einpackeln oder a-

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