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Allgemeine Grundsätze der theoretisch-practischen Chemie, das ist, Gründlicher und vollständiger Unterricht der Chemie, in welchem nicht nur überhaupt eine gründliche Anleitung zu allen Theilen der Chemie, sondern auch die, aus allen dreyen Natur-Reichen, vorkommende Operationes und Producta chemica mit vernünfftigen physicalischen Demonstrationibus und richtigen Experimentis auf die leichteste und sicherste Art abgehandelt und gelehrt werden : nebst beygefügten medicinischen, chirurgischen, oeconomischen, metallurgischen etc. Gebrauch und Anwendung / herausgegeben von D. Johann Christian Zimmermann, mit königl. pohln. und churfürstl. sächs. allergnädigsten Privilegio
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C!ap. XXX. Ds8uccin«.'

chttn Sande umgeben, über jedes ein papiernes Hütchen stellen, alsdenn eine anfänglichgelinde und ^rsäarim vermehrende Oi^eck>on, 40. Stunden lang, anstellen, dann undrvann auf die letzte die an denen Seiten gesteckte kleine Prob-Stückchen herausziehen unddarnach die Operation juäiLiren , so erhalten sie ziemlich klaren Bernstein; 2) Oder«her die meisten Künstler verüben es v,a burmcla, und zwar, starr gedachten Zusatzesvon Sand, mit Rüben-Saat-Oehl, da sie einen Topffvoll Bernstein mit solchem, jedochreinem Rübe-Oehl zugedeckt, ohngesehr 20. Stunden lang, dazu, der Hitze nach, gleich-falls Stuffen-weise kochen, zuerst gelinde cllAeriren, und hernach die Wärme behutsamvermehren, so kommen ste auch zum Zweck, wiewohl, wie schon erwehner, der Bern-stein hievon ziemlich harte wird; Und ist es nachdencklich: daß die Operation nicht mitLein-Oehl rensstret.

Der offt erwehme Herr Senäel hat wolckichte Stücke Bernstein ans Licht gehalten,dann und wann mit etwas Talg beschmieret und sie also auch clariüciret. Er hat auchunklare Stücke bey Fisch-und Fleisch -kochen in den Pott oder Kessel gemorsten und als-dennebenfalls einevollilMtätgesehen.

Das grösteVerlangen aller Bernstein-Künsteleyen ist dieses, daß man die kleineStücke in grosse zusammen schmeltzen, oder sonsten conjunZiren möge, als welche Künftein gewisser ^uökor ^Ick^miarn 8ucc1ni nennet, weil sie etwas rechtes zu sagen hätte,und bis claro noch nicht bekannt ist. Gleichwie ich aber überhaupt mit keiner ^Ick^misvder^lcb^mlstischen^raÄaxioliibn^ kiocsstenund dergl. Inkormariombus inmeinenI^eÄtombus publicig zu thun habe, also werde ich mich auch vorjetzo weder mit dieser, nochmit einer andern ^lcUymie meliren, sondern lieber öffentlich bekennen, ich bin solcherungemeinen Künste ein Kind, auch deren bis 6aro kein Liebhaber, nachdem ich noch soviel andere Sachen vorher zu untersuchen und zu erfahren vor mir habe, von welchenmehr Ousto und Nutzen finde, zumahl da an dergleichen gar ungemein und geschwindereich zu werdenden Intentionen manche ihre gantze zeitliche Wohlfahrt verkünsteln, und e-he sie sichs versehen, darüber arm zu werden pflegen.

Meines Erachtens ist die Kunst schon groß genug, wer nur das 8uccinum zu stol-viren oder gantzlich aufzulösen weiß: Ich gestehe es ganh gerne hiermit öffentlich, daß ichsbis äaro nicht also weiß, als ichs wünsche, oder als es solte seyn, es mag mir nun zurSchande gereichen, daß ichs nicht weiß , oder zur Ehre, daß ichs frey heraus sage, unddas non omnia P0ÜUMU8 0MNC8 behertzige, demnach mich nichts unerweisliches rühme,ich habe es mehr denn auf ^erley Art, mit allerhand lVlenürui3 und Zusätzen versucht,vielerley ersonnene Wege a6bidiret, aber, wie gesagt, nicht nach Wunsch reulliret.' Ichhabe lali3L(:i(lg)LlkÄlicA, Oehle, (so wohl äestiilirte als exprimirte,) kpiritu8 instümmL-dilo8 äc äulLikcsro8, auch so wohl lpiricnb LLi6v8 ciulLikicarog, als lpiiiru8 Llcalino/lul-ce8, irem lZal5ama und andere Sachen mehr emplo^ iret, auch in verichiedcnen Stückenmehrere l'ollibiiität als in andern, jedoch in keinem etwas recht lLri8faÄorischcs gefun-den: Ja ich kan wohl sagen, daß ich selbst würckliche lo1unone8 Lrri-Zpirer, aber dochnicht zu meinem eigenen Oonrsnremenr , als weswegen ich sie nicht einmahl anführenmag.

Der gelahrte Herr?ro 5 ellor Hoffmann in Halle gedenckt in seinen Odstervarioni-Ku8 2erley loluriones, so er verübet: i) Da er 2. Theile Olei ^m^clalLrum auf r.Theil Lucclni pulverilLti in ein Glaß gegosten, die ^lsckinam pgpinisnam hierzu ap-

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