Band 
Erster Theil von A bis Epo.
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8o Aer

schiedene Luftzüge herrschen, die oft in der Höhe dem un-tern Winde ganz entgegengesetzt sind, so sey es genug,durch abwechselndes Steigen und Fallen diejenige Regionaufzusuchen, in welcher der erwünschte Wind herrsche.Die Ausführung dieses Vorschlags setzt aber eine genauereKenntniß der Winde in verschiedenen Höhen voraus, alswir noch bisher erlangt haben.

Ueber den Nutzen, der sich von der Erfindung derAerostaten erwarten last, etwas entscheidendes zu sagen,ist bey einem so geringen Alter und unvollkommenen Zu-stande derselben kaum möglich. Sie ist, wie Franklingesagt haben soll, ein neugebohrneö Kind, das der Erzie-hung und Alisbildung bedarf, über dessen künftige Ver-dienste zu entscheiden, Thorheit wäre. Unter den Handeneinsichtsvoller Naturforscher könnte sie vielleicht ansehnlicheVerbesserungen erhalten, und zur Erweiterung der Wissen-schaften sowohl als zum Vortheile der menschlichen Gesell-schaft auf manche Weise nützlich werden; wofern nicht einunglückliches Schicksal sie ganz den Handen eitler oder ge-winnsüchtiger Waghalse überliefert, die sie zur Schau her-umzutragen, und den Enthusiasmus, mit dem man siezuerst aufnahm, in kalte Gleichgültigkeit zu verwandlenanfangen. Die bisher angestellten Luftfahrten sind freylichgroßentheils bloße Schauspiele gewesen, und haben unsnoch wenig eigentlichen Nutzen oder Belehrung über denZustand der Atmosphäre verschaft, ob sich gleich die Luft-fahrer immer sehr reichlich mit meteorologischen Werkzeu-gen ausgerüstet hatten. Die auffallende Unterlassung desGebrauchs dieser Werkzeuge ist theils der Unwissenheitmancher Luftschiffer, theils ihrer sehr zu entschuldigendenZerstreuung durch andere Gegenstände zuzuschreiben. Manist inzwischen den kühnen Unternehmern der ersten Luftrei-fen den wärmsten Dank schuldig; sie haben mit Gefahrihres Lebens die Möglichkeit einer Unternehmung bewiesen,tzie dem menschlichen Verstände zur Ehre gereicht, und sei-ner Wirksamkeit ein neues Gebiet eröfnet. Dem erstenjuftfahrer, Pilatre dc Rozier, nebst seinem Gefährten,hat sie zwar das Leben gekostet; allein wie wahrscheinlich