Band 
Erster Theil von A bis Epo.
Seite
416
JPEG-Download
 

Bre

416

Repleu untersuchte die Brechung aus Lust in Glasund Wasser sorgfältiger. Er gab zuerst (?ai alipomenaack Virellionem, krf. 1604.) an, der Brechungswinkel,d. i. nach ihm der Winkel des einfallenden Srrals mit demgebrochnen, habe einen Proportionaltheil, der von demEinfallswinkel abhänge, und einen ungleich wachsendenTheil, der sich nach der Secante des gebrochnen Winkelsrichte. Nach dieser Voraussetzung berechnet er eine Tafelfür die Brechung iin Wasser. In seiner Dioptrik aber(vioptiice, äu§. Vinci. i6l l. 4. ax. 7. 8.) behauptet kr-aus Versuchen, bey der Brechung aus Luft in (8lasberrage der Brechungswinkel!^» (Taf.!. Fig. iz.)zwey Drirrheile des Einfallswinkels wenn derletztere unter go Graden sey. Da die Objectivglästrvom Mittel bis zum Umfang selten über 20° halten, soglaubt er, dieses Verhältniß sey zum Gebrauch für dieTheorie der Linsengläser und der Fernrohre hinreichend ge-nau. Er war zwar zu sehr Geomeker, um einen Satz fürvollkommen zu halten, der nur auf kleine Winkel einge-schränkt war; inzwischen hat er für die angeführte Theoriesehr richtige Folgen daraus gezogen. Auch bestimmte erschon durch Versuche, daß die letzte Brechung aus Glasin Lust bey einem Einfallswinkel von 42° geschehe, undbey einem größern in Zurückwerfung übersehe (Oioprr.ax. 9.). Es ist zu verwundern, daß ein Mann von sei-nem Scharfsinn die Entdeckung des wahren Gesetzes, derer so nahe war, verfehlen konnte.

Scheinet- und Rircher stellten über die Größe derBrechung in Glas, Wasser, Wein, Oel rc. noch mehrVersuche an (K'irclrer -Zrs ms§na iuci-, er umknae, ltornge1646. tc>I.). Von ihren Werkzeugen hiezu s. den Art.Anaklastisches Werkzeug.

Inzwischen war das wahre Gesetz der Brechung vonwillebrord Gnellius, Professor der Mathematik zuLeiden (s 1626), entdeckt worden. Zwar ist sein Werküber die Optik, worinn er diese Entdeckung bekannt ma-chen wollte, nie herausgekommen; allein das Zeugniß desHuygeus (Oioprr. x. 2.), der seine Handschrift gesehen