Band 
Erster Theil von A bis Epo.
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Ech 665

Alle feste Körper von beträchtlichen Oberflächen, wieMauern, Wälle und Festungswerke, dichte Wälder, Häu-ser, Berge, Felsen, hohe Ufer, können ein Echo veranlas-sen. Eben so die Hölen in den Bergen, und die Wolken.Daher kömmt das Brüllen des Donners, s. Donner.

Dennoch ist die Theorie der Zurückwerfung für denSchall bey weitem noch nicht so ausgearbeitet und zuver-läßig,, als für das Licht. Die Erfahrung lehrt, daß oftdas Echo an Orten außenb leibt, wo man es der Regelnach hören sollte, und an andern, wo man es nicht erwartethatte, statt findet. Die Ursache liegt wohl darinn, daßman die nöthige Beschaffenheit der zurückwerfenden Flä-chen beym Lichte besser, als beym Schalle, kennet. BeymLichte ist die Glätte eine nothwendige Eigenschaft der Spie-gelfläche , die ein Bild machen sott: beym Schalle scheintdies nicht der Fall zu seyn; denn sehr oft findet man dasschönste Echo in den rauhesten und unebensten Wildnissen,wo an glatte Flächen nicht zu denken ist. Im Ganzenkan man zwar die Aehnlichkeit der Gesehe, nach welchenLicht und Schall zurückgeworfen werden, nicht verkennen;allein sie kan schon darum nicht ohne Einschränkung gelten,weil sich der Fortgang des Schalls nicht mit solcher Evi-denz auf gerade Linien zurückführen läst, wie der Fortgangdes Lichts.

Unter dem Worte Echo wird sehr oft auch der Ortverstanden,, wo sich ein wiederholter Schall hören läst.Man findet solche Orte häufig, und ich will hier nur einigerbesonders ausgezeichneten gedenken.

Gassendi führt in seinen Anmerkungen über daszehnte Buch des Diogenes Laertiuö an, daß Boissard beydem Grabmale der Metella, Gemahlin des Crassus, denersten Vers der Aeneide: ^rma virumgue Hcc. achtmalwiederschallen gehört habe. So gedenkt Caspar Barrhin den Noten zu der Thcbaide des Stativs (b,. XI. v. zo.)eines Echo bey Coblenz am Ufer des Rheins, welches einWort sicbzehnmal wiederhole, und sonst viel ähnliches mitdem zu Genetay bey Rouen hat, das in den Schriften derpariser Akademie vom Jahre 1692 beschrieben wird. An