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Schätzung der Entfernungen ein Mensch mehr auf diesen-ein anderer mehr auf jenen Umstand sieht, und überhauptnicht alle auf einerley Art und nach einerlei) Regeln urthei-len. Weil nun die Vorstellung der Entfernung Einstußauf die Vorstellung der Große hat, so entsteht daher dieungemeine Verschiedenheit der Urtheile, welche die Men-schen dem Augcnmaafie nach über die Größen entfernterDinge fällen, s. Größe, scheinbare.
Ich werde nun noch die Umstände, durch welche dasUrtheil der Seele über die Entfeinungcn bestimmt wird, soviel möglich, .aufzählen, und die Meinungen der Optikerüber die Mittel, Entsirnunacn zu schätzen, vortragen.
Replcr (Parrrüp. 36 Vrrell. p. 62.) äußert schonden sehr richtigen Gedanken, die Entfernung der beydenAugen von einander sey gleichsam die Grundlinie, derenman sich zu Messung mittelmäßiger Entfernungen bediene.Wer nemlich einen Gegenstand betrachtet, richtet die Arenbeyder Augen auf denselben, und es ist klar, daß er Hiebeydie Augen mehr einwärts wenden lind mehr zusammenlen-ken muß, wenn der Gegenstand näher, als wenn er ent-fernter ist. Die Erfahrung hat uns gelehrt, wie weit wirnach einem Gegenstände die Hand auszustrecken oder zu ge-hen haben, wenn, um ihn genau zu betrachten, diese oderjene bestimmte Zusammenlenkung der Augenaxen nöthigist. Dies trägt allerdings etwas zu dem Urtheile über ge-ringe Entfernungen bey: für größere aber ändert sich dieRichtung der Augenaxen zu wenig, wenn sich gleich dieEntfernung sehr stark ändert, und es kan also hierausnichts mehr geschlossen werden.
Um aber zu erklären, wie man auch mit einem AugeEntfernungen schätzen könne, setzt Repler (ebend. p. 6z.6z. 66.) hinzu, ein Auge lerne diese Art zu messen vonbeyden Augen, und. so nehme man bey verhältnismäßigkleinern Entfernungen die Breite des Augensterns zuvGrundlinie an. Seine Meinung scheint nemlich diese zuseyn, daß der Ort, in welchen man einen Punkt setzt, da-hin falle, wo sich die in beyde Augen kommenden Lichcstra-len durchschneiden, und bey einem Auge dahin, wo sich die