Ent
84Z
auf den Augenstern fallenden Stralen schneiden (in verri-cem coni luminok), welche Aeußerung Keplers bereitsbey dein Werte: Bild, angeführt worden ist. Er setztnoch hinzu, daß der stärkere oder schwächere Grad desLichts die Schätzung der Entfernungen befördern helfe.
Descaures (Oiopcr. p. 68- 69. und Oe komme,p. 66—71.) erläutert die natürliche Methode, die Lageund Entfernung der Gegenstände durch die Richtung derAugenaxen zu beurtheilen, durch eine Verglcichunq mitder Art, wie ein Blinder von der Entfernung einer Sachevermittelst zwcener Stäbe, selbst von unbekannter Lange,urtheilet, wenn er diese Sräbe in beyden Händen halt. Erseht hinzu, bey veränderter Entfernung des betrachteten Ge-genstands, ändere sich die Figur der Krystallinse, vielleichtauch des ganzen Auges, und damit zugleich eines Theilesvom Gehirn, wodurch die Seele die Entfernungen zu schä-tzen wisse. Aber, sagt er, die Methoden, von den Ent-fernungen zu urtheilen, sind unsicher und in enge Grenzeneingeschränkt; die Veränderung in der Figur des Augesdienet nur in Weiten von z—4 Fuß, und die Richtungder Augcnaxen hilft in Entfernungen über 20 Fuß auchnicht mehr. Weil bey großen Entfernungen der Winkelder Augenaxcn sich nicht mehr merklich verändere, so kön-ne man sich keine Entfernungen über ioo—200 Fuß vor-stellen.
Smith hat sich im Lehrbegriffe der Optik (der deut-schen Ausgabe S. 45 u. f.) bemüht, das Urtheil über dieEntfernungen der Dinge lediglich von ihrer scheinbarenGröße herzuleiten, worunter er hier den Sehewinkel ver-steht, s. Größe, scheinbare. »Da uns die Erfahrung«gelehret hat, sagt er, daß gewisse scheinbare Größen eines„bekannten Körpers beständig mit gewissen Entfernungen„verbunden sind, so erreget die Empfindung der Größe ei-»nes Körpers alsobald die Vorstellung seines Abstandes.—„Die Begriffe veränderlicher Entfernungen müssen durch„gewisse veränderliche Empfindungen erregt werden. —„Indem fich aber die wirkliche Entfernung, einer Sache„verändert, so verändert sich im Bilde nichts, als dessen