272 Oekonomische
die Akerbette halb im Wasser stehen, welches nachJohannis geschieht, und etliche Wochen langdauert; vielleicht kommt das auch , wie bey densogenannten Hungerbrunncn , von dem vielenSchnee, der in den hohen Tyrolischen Gebür,gen, acht biß zwölf Meilen von uns gegen Mit»tag entlegen, ialing schmilzt, und unter der Er,de gegen uns hervor quillt.
§. 95.
Da aber vorher von guttrachtigem BodenErwänung gethan worden, so ist Hiebey nicht zuvergessen ein solcher Umstand, welcher allerdingszur rechten Erkenntniß der göttlichen Vorsichtdient. Wenn nemlich ein guter Aker hohe undgroßkörnichte Aehren trägt: so sind die Balge umso viel diker, und verursachen am Meel einigenAbgang, auch nebst viel mehrerem Unkraut istdas Stroh so rohricht, daß es zum Vichsutternicht wol zu gebrauchen; hingegen wo die Aker»Erde schlecht ist, da werden die Körnlein zwarkleiner, aber von viel zärtcrn Hülsen oderKleycn,und also doch von meelichtem Wesen mehr vollund bey viel wenigerm Unkraut, (verstehewenndie Saar tu geziemender Dike geraten) ist dasviel zärtere Stroh zur Fütterung dienlicher. Sogar sorget Gott bey dem fetten, wie bey dem ma,gern Aker, und bey ieder Art Witterung,vor die ge»imgsame Erhaltung von Menschen und Vieh.