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^ Religion, oder die gewaltsame Unterdrückungreligiöser Meinungen, war von jeher dem Despo-^ tismuS stets eine willkommene Gelegenheit, die^ bestehenden Verfassungen der Länder umzustossen,ichch und seine Herrscher Gewalt auf den TrümmernM tzer umgestürzten Freyheit zu befestigen. Durch' den Geist der Widersetzlichkeit und Anarchie, wel-eher im Anfang ganz unverkennbar aus der Re-»>f! formation hervorgieng, wurden die Mächtigen nurNAzu sehr zu solchen Gewaltschritten gereiht, und injenen Reichen und Staaten, in welchen die Ver-> ^ suche der Reformatoren gänzlich scheiterten, wurdeE gar alle Volksfreihcit gleichsam auf einem Auto-da-fe öffentlich verbrannt.
Ke Sie ward endlich zerstörend für ganz Eu-ropa: weil sie dessen Staatssystem völlig ver-rückte, seinem Streben, sich eine völkerrechtlicheim- Verfassung zu geben, entgegenwirkte, das Jnte-klm reffe der Religions-Parthien zur Hauptbasis jederPL Politik machte *) und endlich die schönen obschonrL noch schwachen Bande zerriß, die sämmtliche Staa-ÄL ten von Europa in einen allgemeinen VölkerbundW vereinigen sollten.
Eine gemeinschaftliche Cultur, Religion undsß, Verfassung, ein allgemeiner überall regsamer Geist
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, Unter allen Läudeni suhlte Deutschland am meiste»
die traurigen Folge» davon. Dieselben untergruben seine^ Existenz und stürzten es in eine völlige politische Nnllität,ßl«' welche ohne daS oft unverhoffte Dazwischentreten zufälligerUmstände, es schon viel früher seiner gänzlichen Austviungnothwendig hätte entgegen führen müssen.